17. Februar 2014

Versicherungsmarkt für Hebammen bricht zusammen – Onlinepetition unterstützen

Ab Juli 2014 steigt die Haftpflichtprämie für freiberuflich in der Geburtshilfe tätige Hebammen in Deutschland erneut um 20 Prozent auf rund 5.100 Euro. Für viele Hebammen ist der Beruf dann nicht mehr rentabel – denn während die Versicherungsprämie in den letzten zehn Jahren auf das Zehnfache anstieg, ist die Vergütung der Hebammen weiterhin niedrig. In den vergangenen Jahren sind deswegen immer mehr Hebammen aus dem Beruf und insbesondere aus der Geburtshilfe ausgestiegen.

Nun droht den freiberuflichen Hebammen, die noch die klassische Geburtshilfe zu Hause, im Geburtshaus oder als Beleghebammen in Kliniken anbieten, durch den Rückzug einer der letzten Versicherungsunternehmen ab Juli 2015 sogar das berufliche Aus. Denn ohne Versicherung dürfen sie nicht arbeiten.

Grundlegende Neustrukturierung der Haftpflichtversicherung gefordert
Die Hebammenverbände fordern gemeinsam eine politische Lösung des Problems: eine grundlegende Neustrukturierung der Haftpflichtversicherung mit einer Haftungsobergrenze für Hebammen. Als kurzfristige Lösung schlagen sie einen Regressverzicht seitens der Sozialversicherungsträger vor, um die Versorgung der Schwangeren und Gebärenden und ihrer Familien mit Hebammenhilfe weiterhin sicherzustellen.

Onlinepetition-Rettet-unsere-HebammenAuch immer mehr Mütter und Väter setzen sich für die Hebammen und eine bessere Geburtshilfe ein. Eine Onlinepetition an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe fordert die Rettung des Hebammen-Berufs: "Wir fordern Sie dazu auf das Koalitionsversprechen zu halten und in den ersten 100 Tagen Ihrer Amtszeit (bis zum 27.3.2014) eine Lösung für die Haftpflichtproblematik der Hebammen in Deutschland zu finden. Retten Sie unsere Hebammen!"

Eine ähnliche Petition vom September 2013 hatte bereits Erfolg und dazu geführt, dass eine entsprechende Passage zur Stabilisierung des Hebammenwesens in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurde.

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Weitere Hintergrundinformationen in der Pressemitteilung des BfHD und des DHV vom 13.02.2014.

Auf der Website des DHV erfahren Sie außerdem, wie Sie die Hebammen unterstützen können.

Hier geht es zur Onlinepetition zur Rettung des Hebammenwesens.

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen