Gefährdungs­ein­schätzungen und Inob­hut­nahmen in Nieder­sachsen in 2016

6. Dezember 2017

LSN_Landesamt-für-Statistik-Nds_LogoDas Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) betrachtet in seiner aktuellen Ausgabe 11/2017 der Statistischen Monatshefte Niedersachsen die Gefährdungseinschätzungen und die Inobhutnahmen in 2016:

Über 10.000 Gefährdungseinschätzungen in Niedersachsen
Die Jugendämter in Niedersachsen nahmen im Jahr 2016 insgesamt 10.220 Gefährdungseinschätzungen vor. Dies entsprach einem prozentualen Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (8.862 Verfahren).

Insgesamt stellten die Jugendämter bei 2.658 Kindern eine Kindeswohlgefährdung bzw. latente Kindeswohlgefährdung fest. Dies entsprach 26 Prozent aller Gefährdungseinschätzungen 2016. In 13 Prozent der Fälle (1.283 Kinder und Jugendliche) gingen die Beschäftigten aus den Ämtern dabei von einer akuten Kindeswohlgefährdung aus. Eine latente Kindeswohlgefährdung betraf 2016 demzufolge 1.375 Kinder bzw. Jugendliche (14 Prozent). Bei den übrigen 7.562 Kindern (74 Prozent) wurde keine Kindeswohlgefährdung erkannt. Jedoch wurde in 3.680 Verfahren ein Hilfe- oder Unterstützungsbedarf sichtbar.

Zahl der Inobhutnahmen – auch, aber nicht ausschließlich – aufgrund unbegleitet eingereister Kinder und Jugendlicher gestiegen
Im Jahr 2016 wurden 8.347 vorläufige Schutzmaßnahmen von niedersächsischen Jugendämtern vorgenommen. Damit stieg die Zahl der durch die Jugendämter in Obhut genommenen Kinder und Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent an. In den letzten zwei Jahren ist die Zahl der Inobhutnahmen stark durch nach Deutschland bzw. Niedersachsen einreisende minderjährige Flüchtlinge beeinflusst worden.

Über die Hälfte der Inobhutnahmen (52,3 Prozent) wurde 2016 aufgrund einer unbegleiteten Einreise veranlasst. Dies entsprach 4.365 schutzbedürftigen Minderjährigen.

Unabhängig von der Zahl der unbegleitet eingereisten Minderjährigen sind die Schutzmaßnahmen von 2015 auf 2016 ebenfalls gestiegen (+20,4 Prozent). Wurden im Jahr 2015 insgesamt 3.308 Minderjährige aus anderen Gründen als einer unbegleiteten Einreise unter den Schutz des Jugendamtes gestellt, betraf dies 3.982 Kinder und Jugendliche im Jahr 2016. Als Gründe meldeten die zuständigen Jugendämter vor allem die Überforderung der Eltern beziehungsweise eines Elternteils, sonstige Probleme, Beziehungsprobleme oder Vernachlässigung. In der Statistik können bis zu zwei Gründe pro Fall angegeben werden.

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Weitere Details und Tabellen sind nachzulesen im Beitrag "Das Jahr in Zahlen: Sozialleistungen – Lebenslagen und Herausforderungen 2016", S. 564f., in Ausgabe 11/2017 der Statistischen Monatshefte Niedersachsen. Kostenloser Download auf Website des LSN.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen