Kinder haben Rechte – das Kartenspiel

14. Juli 2020

Kinderrechte-Kartenspiel-LHHannover_2_320pxDer Fachbereich Jugend und Familie / Familienmanagement der Landeshauptstadt Hannover hat ein Kartenspiel zum Thema Kinderrechte entwickelt und aufgelegt. Die Online-Redaktion des Kinderschutzportals hat Bärbel Kuhlmey vom Familienmanagement und Gabriele Bartoszak, Bereich Kinderschutz und Frühe Hilfen der Landeshauptstadt, zur Idee und Entstehung des Spiels befragt:

Worum geht es in dem Kartenspiel?
Es geht um Spaß am Spiel und ganz nebenbei um Kinderrechte. Mit diesem Kartenspiel können Kinder ab vier Jahren und Jugendliche alle Spiele spielen, die mit einem Skatblatt möglich sind, u.a. Mau, Mau, Schummeln, Schwarzer Peter, Skat oder auch Quartett. Allerdings zeigen die Bilder nicht wie gewohnt Buben, Damen oder Könige, sondern 13 wichtige Kinderrechte. Auf der Rückseite finden Kinder und Jugendliche wichtige Kontaktstellen zum Kinderschutz in der Stadt und Region Hannover.

Woher kommt die Idee?
Im Sinne der Aufklärung und Selbststärkung von Kindern und Jugendlichen zu mündigen Personen entstand die Idee auf spielerische Weise Kinder über ihre Rechte zu informieren. Vielen Kindern ist überhaupt nicht bewusst, dass sie eigene Rechte haben, die sie auch einfordern können. Um Rechte einfordern zu können, müssen sie wissen, dass es diese gibt und welche das sind. Das hat nicht nur einen präventiven Charakter, sondern befähigt Kinder auch frei ihre Meinung sagen zu können. Erst wenn Kinder ein Gefühl dafür bekommen, zu verstehen was Recht und was Unrecht ist, können sie auch darüber urteilen. Das gilt für das eigene Erleben, aber auch dem was anderen Kindern – Freundinnen, Freunden, Mitschülerinnen und Mitschülern etc. – widerfährt. Peers können sich als wichtige Brückenpersonen erweisen, wenn es darum geht, in einer Notsituation zu helfen oder zu vermitteln. Oft wissen die Freundin oder der Freund eher von der Not eines Kindes oder eines Jugendlichen als ihre erwachsenen Ansprechpartner in der Kita oder Schule.

Wir wollten Kinder direkter zu Kinderrechten ansprechen und über ihre Rechte aufklären. Impulsgebend hierfür sind die zahlreichen kreativen und direkten Aktivitäten des Frankfurter Kinderbüros. Dort finden Kinder und Jugendliche nicht nur eine zentrale Anlaufstelle in der Stadt, sondern die Anlaufstelle kommt regelmäßig zu ihnen in die Stadtteile, um mit sich mit Kindern und Jugendlichen über Recht und Unrecht auseinander zu setzen. Hierfür nutzen sie eine Palette spielerischer, kreativer und kultureller Möglichkeiten. Damit durchbrechen sie zum einen die informative Abhängigkeit der Kinder und Jugendlichen von den nahen Erwachsenen. Zum anderen sensibilisieren sie alle Kinder für das Thema.
Was hat Hannover gemacht?

Auch in Hannover wollten wir Kinder direkter ansprechen. Zuerst keimte die Idee eines Bilderbuches zu den Kinderrechten auf. Uns wurde aber schnell deutlich, dass wir damit unsere Intention, eine breite Zielgruppe zu erreichen, nicht erfüllen würden. Die Idee lag erstmal "auf Eis", bis wir im letzten Jahr in einer Schulpause wahrnahmen, wie viele Kinder über ihre Spiele miteinander über ganz andere Themen kommunizieren. Beim Kartenspielen waren sie eifrig dabei, Informationen über die Bilder, die Werte oder Inhalte auszutauschen. Wir sahen daher das Kartenspiel als ein ideales Medium an, Informationen zum Kinderschutz direkt an und über die Kinder zu transportieren.

Warum gerade jetzt?
Unterstrichen wurde der Ansatz durch den coronabedingten Lock Down im März. Die Kita- und Schulschließungen gab den letzten Impuls das Projekt umzusetzen. Der Ausfall der außerfamiliären Kontakte machte mehr als deutlich, dass auch Kinder und Jugendliche autarke Zugänge zu kindgerechten Informationen brauchen.

Wie kann man das Spiel bekommen?
Das Sachgebiet Kinderschutz und Frühe Hilfen der Landeshauptstadt Hannover hat schon viele Ideen, damit die Karten nicht nur in Kinderhände, sondern auch in die von Fachkräften gelangen können. Zum Beispiel durch eine Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit des Kommunalen Sozialdienstes – Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter können die Kartenspiele in ihre Angebote einbauen oder kleine Einheiten durchführen und so zum Thema Kinderrechte informieren. Hierbei erhalten die Klassen für ihren Klassenbestand ein Kartenspiel.

Schulen können sich auch direkt mit dem Sachgebiet Kinderschutz und Frühe Hilfen in Verbindung setzen. Wenn Interesse an Vorträgen zum Thema Kindeswohlgefährdung besteht, informieren wir auch gerne über Kinderrechte. Natürlich bringen wir neben Informationsmaterial zum Kinderschutz auch ein paar Kartenspiele mit.

Es kann zudem kostenfrei bei der Landeshauptstadt Hannover Fachbereich Jugend und Familie / Familienmanagement bestellt werden, maximal 5 Stück. familienmanagement@hannover-stadt.de

Das Spiel eignet sich auch für andere Kommunen. Hierfür sollten allerdings die Kontaktadressen auf der Rückseite an die regionalen Gegebenheiten angepasst werden.

Wer hat's gemacht?
Das Copyright für das Kartenspiel liegt bei der Landeshauptstadt Hannover Fachbereich Jugend und Familie. Die Auflage von 3.000 Stück wurde durch den Fachbereich finanziert. Die Bilder wurden durch die Künstlerin Jule Ehlers-Juhle gestaltet, das Layout von der Grafikagentur fuchsundhase.

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Kontakt
Landeshauptstadt Hannover
Fachbereich Jugend und Familie
Familienmanagement
Bärbel Kuhlmey
Kurt-Schumacher-Straße 29
30163 Hannover
T (0511) 168 433 38
baerbel.kuhlmey@hannover-stadt.de
familienmanagement@hannover-stadt.de

Landeshauptstadt Hannover
Sachgebiet Kinderschutz und Frühe Hilfen der Landeshauptstadt
Gabriele Bartoszak
Blumenauer Straße 5-7
30445 Hannover
T (0511) 168 362 61
51.25@hannover-stadt.de
www.hannover.de/fachberatung-kinderschutz.de

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