Neue Kommission zum Schutz vor sexuellem Missbrauch gegründet

1. März 2019

Präventionskommission-Nds_LogoEs soll ein weiterer Schritt sein, um schlimmste Straftaten zu verhindern: Im Niedersächsischen Justizministerium hat sich am 27. Februar 2019 die neue "Kommission zur Prävention von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen" gegründet. Zur Auftaktveranstaltung kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 30 Vereinen, Verbänden, Behörden und Kirchen zusammen. Die Leitung der Kommission hat die Vorsitzende des Landespräventionsrats, Prof. Dr. Ute Ingrid Haas, übernommen.

Erste Themen und Fragestellungen wurden zusammengetragen. Ziel der Kommission ist es, eine fachübergreifende Fortentwicklung der Prävention von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen sowie des Opferschutzes vorzunehmen. Dabei sollen sowohl die Besonderheiten des Landes Niedersachsen und seine Strukturen erfasst als auch vorhandene Erkenntnisse einbezogen werden.

Im Verlauf des Jahres werden die Mitglieder der Kommission zu konkreten Themen und Fragestellungen in Arbeitsgruppen tätig werden. Die Geschäftsstelle des Landespräventionsrats, die an das Justizministerium angebunden ist, unterstützt die Kommission dabei in allen organisatorischen und inhaltlichen Fragen. In insgesamt drei weiteren Treffen werden bis November 2019 die Ergebnisse der Arbeitsgruppen zusammengetragen, diskutiert und ausgewertet. Im Anschluss sollen konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis vorgelegt werden, die sich für eine Umsetzung eignen.

Hintergrund
Ein Anlass für die Gründung der Kommission sind die Erkenntnisse der sog. Missbrauchsstudie zu Umfang und Häufigkeit von Missbrauchsvorfällen in der katholischen Kirche. Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza hatte seinerzeit die Bistümer in Niedersachsen aufgefordert, den Staatsanwaltschaften notwendige Unterlagen für die Ermittlungsarbeit zur Verfügung zu stellen. Zugleich hatte sie aber auch die Präventionsarbeit in den Blick genommen. Vertreter der katholischen Kirche hatten angeboten, ihre umfangreiche Expertise aus der jüngeren Vergangenheit bei der Präventionsarbeit einzubringen. All dies stieß auf ein breites Interesse bei vielen Mitgliedsorganisationen im Landespräventionsrat. Denn der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ist kein auf eine Institution begrenzter Tatbestand.

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Mehr Informationen über die Arbeit der Kommission und über deren Mitgliedern gibt es auf www.praeventionskommission-nds.de

Quelle: Niedersächsisches Justizministerium, 27.02.2019

Übrigens!

Das Niedersächsische Sozialministerium fördert zur Prävention sexualisierter Gewalt und zur Unterstützung der Opfer eine Vielzahl von Maßnahmen, Beratungsangeboten und Projekten. www.kinderschutz-niedersachsen.de beispielsweise enthält eine Rubrik "Rat und Hilfe bei sexuellem Missbrauch". Hier sind sowohl für die Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen als auch für Eltern und Bezugspersonen weiterführende Informationen eingestellt. Über eine Adressdatenbank können betroffene Kinder und Jugendliche unkompliziert Beratungsangebote in Niedersachsen finden.

Mehr zum Thema

Maßnahmen der Landesregierung zur Prävention, Strafverfolgung und Unterstützung der Opfer im Bereich sexualisierter Gewalt
Justizministerin Barbara Havliza zur Dringlichen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, 28.02.2019

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen