Bundesmodellprojekt: Speziali­sierte Fach­beratung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend für ländliche Regionen

15. März 2019

Wie kann spezialisierte Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in ländlichen Regionen bedarfsgerechter angeboten und verankert werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Bundesmodellprojekt, das bis Ende 2021 in insgesamt acht unterversorgten ländlichen Regionen verschiedene Modelle für Kooperation und Beratung erprobt und Strategien entwickelt.

Violetta-Dannenberg_LogoDie Beratungsstelle Violetta in Dannenberg ist eine der derzeit drei Beratungsstellen, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Fachlich begleitet wird das Modellprojekt von der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und sexualisierter Gewalt e.V. (DGfPI)

Bundesmodellprojekt (2018 - 2021)
Bis 2021 werden in insgesamt acht unterversorgten ländlichen Regionen verschiedene Modelle für Kooperation und Beratung erprobt und Strategien entwickelt, wie spezialisierte Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in ländlichen Regionen bedarfsgerechter angeboten und verankert werden kann.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Träger ist die DGfPI e.V.

BKSF_LogoDas Modellprojekt arbeitet eng mit der der Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend (BKSF) zusammen. Projektleitung/-koordination des Projektes sind in Bürogemeinschaft mit der BKSF in Berlin.

Im Dezember hat der Fachbeirat des Projekts unter Mitwirkung des BMFSFJ drei Fachberatungsstellen für die erste Projektphase ausgewählt. Die Vielzahl der Bewerbungen zeigte eindrücklich den immensen Bedarf und das große Engagement der Kolleginnen und Kollegen vor Ort.

Drei Beratungsstellen aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands werden nun bis Ende 2021 verschiedene Konzepte erproben, um die Versorgung mit spezialisierter Fachberatung im ländlichen Raum zu verbessern. Es sind:

Die zweite Projektphase wird im Januar 2020 starten und weitere fünf Fachberatungsstellen einbeziehen. Die Ausschreibung wird Mitte 2019 erfolgen.

Hintergrund: Versorgungssituation im ländlichen Raum

Praxiserfahrungen und Studien zeigen eine steigende Nachfrage nach spezialisierter Fachberatung für Betroffene sexualisierter Gewalt, Angehörige und Fachpersonen. Auch der Bedarf an Prävention, Unterstützung bei der Entwicklung von Schutzkonzepten in Institutionen, Öffentlichkeitsarbeit und Kooperation wächst. Bisher hat dies jedoch noch nicht zu einer Verbesserung der Versorgungslage in der Breite geführt.

Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, fordern die Fachverbände gemeinsam mit den Fachberatungsstellen mehr Anerkennung und eine bessere finanzielle Ausstattung ihrer Arbeit (100pro-beratung.de).

Eine besonders deutliche Unterversorgung besteht in vielen ländlichen Regionen. Dichte und Vielfalt an spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt sind geringer. Insbesondere für bestimmte Zielgruppen (Jungen/Männer, Menschen mit Behinderungen oder mit geringen Deutschkenntnissen) fehlen Angebote bzw. reichen nicht aus. Hinzu kommen Zugangshürden durch weite Wege, mangelnden öffentlichen Nahverkehr, geringe Anonymität oder Auflagen (z.B. Beratungsangebot nur für Einwohnerinnen und Einwohner der eigenen Kommune). Neben einer Erhöhung der Ressourcen sind deshalb neue Konzepte gefragt, wie alle Zielgruppen erreicht und angesprochen werden können. Hier setzt das Bundesmodellprojekt an.

zurück

Quelle: www.dgfpi.de

Übrigens!

Alle niedersächsischen Fachberatungsstellen zum Thema (sexualisierte) Gewalt gegen Mädchen und sexueller Missbrauch finden Sie in unserer Adressdatenbank.

Mehr zum Thema

zurück

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen