Zeugnisangst: Kinder- und Jugendtelefon hilft

29. Januar 2019

Immer wieder Frust wegen des Zeugnisses: In Niedersachsen gibt es in wenigen Tagen das Ergebnis des Schulhalbjahres schwarz auf weiß. Die meisten Schülerinnen und Schüler wissen natürlich jetzt schon, ob das Halbjahr in der kommenden Woche mit Freude oder Angst zu Ende geht. Und manche wissen leider auch bereits, dass ihnen wegen ihres Zeugnisses Ärger mit den Eltern droht, nicht selten auch Gewalt.

"Das Thema Noten und die Angst, zu Hause wegen der Zeugnisse Probleme zu bekommen, rücken aktuell in den Gesprächen am Sorgentelefon in den Vordergrund, das merken wir schon ganz deutlich", sagt Petra Lorenz, Koordinatorin des Kinder- und Jugendtelefons in Hannover. Dabei mache die Sorge vor der Reaktion der Eltern wegen schlechter Zensuren Kindern häufig viel mehr Druck als das Zeugnis selbst.

Eltern sollten jetzt besonders aufmerksam sein, rät Petra Lorenz, vor allem, wenn Schülerinnen und Schüler bedrückt wirken oder auffallend still sind. Es sei sehr wichtig, im Gespräch zu bleiben. Enttäuschung oder gar Groll über Schulprobleme sollten nicht den Blick auf die Tochter oder den Sohn verstellen: "Lieber erst einmal tief durchatmen!", sagt die erfahrene Pädagogin. Sie empfiehlt betroffenen Eltern, die freien Tage nach der Zeugnisausgabe für gemeinsame positive Erlebnisse zu nutzen und in Ruhe zusammen nach Lösungen zu suchen.

Rat und Hilfe für Mädchen und Jungen
KJT-KinderJugendtelefon+Onlineberatung_Logo_sFür alle Mädchen und Jungen, die sich nicht trauen, zuhause über ihren Kummer zu sprechen, ist das Beratungsteam am KJT da. Anonym und ohne dass die angerufene Nummer auf der Telefonrechnung der Eltern zu sehen ist. Unter der europaweiten Nummer 116 111 und der Festnetznummer 0800 111 0 333 sind die ehrenamtlichen Beraterinnen und Berater montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr zu erreichen. Und für alle, die lieber online Unterstützung suchen, gibt es die anonyme em@il-Beratung der Nummer gegen Kummer.

Auf www.nummergegenkummer.de können Kinder und Jugendliche mit dem speziell geschulten Beratungsteam Kontakt aufnehmen.

Verstärkung für das Beratungsteam
Das KJT Hannover ist eins der am stärksten frequentierten bundesweit. "Und wir brauchen dringend Hilfe, um helfen zu können! Es wäre schlimm, wenn wir nicht da sein könnten, wenn wir gebraucht werden", sagt Petra Lorenz.

Deshalb verstärkt das KJT Hannover sein Beratungsteam. In der neuen Ausbildungsgruppe, die fast komplett ist, gibt es nur noch wenige freie Plätze. Gesucht werden besonders Menschen mit pädagogischem Interesse und der Bereitschaft, sich auf Kinder und Jugendliche und ihre Alltagssorgen einzulassen. Für die anspruchsvolle Tätigkeit am KJT werden sie sorgfältig qualifiziert und erhalten nach erfolgreicher Ausbildung und der regelmäßigen Tätigkeit im KJT-Team ein Zertifikat.

Kinderschutz-Zentrum-Hannover_LogoDas Kinder- und Jugendtelefon Hannover ist ein Angebot des Kinderschutz-Zentrums Hannover in Zusammenarbeit mit Nummer gegen Kummer e.V. – Mitglied im Deutschen Kinderschutzbund

Rat und Hilfe für Eltern
Nummer gegen Kummer_ElterntelefonEine gute Möglichkeit zur Entlastung bietet Müttern und Vätern das Elterntelefon der Nummer gegen Kummer. Das Elterntelefon ist ein bundesweites Gesprächs-, Beratungs- und Informationsangebot, das in den oft schwierigen Fragen der Erziehung schnell, kompetent und anonym unterstützt. Am Elterntelefon können Eltern unter der Nummer 0800 111 0 550 über ihre alltäglichen Sorgen, Ängste oder Unsicherheiten im Umgang mit Kindern sprechen und Unterstützung bei der Lösung von Problemen erhalten.

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T (0800) 111 0 333 und T 116 111 Kinder- und Jugendtelefon
montags bis samstags 14 bis 20 Uhr

T (0800) 111 0 550 Elterntelefon
montags bis freitags 9 bis 11 Uhr
dienstags und donnerstags 17 bis 19 Uhr

www.nummergegenkummer.de

Kontakt für Interessierte an Qualifizierung im Beratungsteam:
Petra Lorenz
Koordinatorin Kinder- und Jugendtelefon Hannover
Kinderschutz-Zentrum Hannover
T 0511 / 374 34 78
lorenz@ksz-hannover.de

Quelle: DKSB Niedersachsen, 21.01.2019

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen