Rückblick: Kinderschutz in Vielfalt – eine professionelle Herausforderung?

18. April 2019

"Kinderschutz in Vielfalt – eine professionelle Herausforderung?" unter diesem Titel organisierte das Kinderschutz-Zentrum Osnabrück in Trägerschaft des Kinderschutzbundes Osnabrück e.V. einen Fachtag am 27. März 2019. Mehr als 100 Teilnehmende aus der Jugendhilfe (Sozialer Dienst, Träger der Jugendhilfe), aus Schulen, verschiedenen Betreuungsformen und dem Gesundheitswesen setzten sich mit Kinderschutz in Theorie und Praxis auseinander und nutzen die Möglichkeit sich zu vernetzen.

"Qualitätsentwicklung im Kinderschutz ist nur durch kontinuierliche Reflektion und entsprechend gestaltete Lernprozesse voran zu bringen" so Elisabeth Schmutz vom Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz. Sie zeigte auf, dass eine fachlich fundierte Auseinandersetzung mit Kinderschutzthemen fortgeführt und weiter ausgebaut werden muss. Aus schwierigen Fallverläufen muss gelernt werden. Ebenso sind Fortbildungen, Netzwerke und Kooperationen von zentraler Bedeutung für einen gelingenden Kinderschutz.

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Foto: Kinderschutz-Zentrum Osnabrück | Referentinnen und Referenten des Fachtags

In den Workshops am Nachmittag wurde deutlich, wie vielfältig Problemlagen im Kinderschutz sind und wie in der Praxis konkret damit umgegangen werden kann. Wie wirken sich psychische Erkrankungen von Eltern auf die frühkindliche Bindungsentwicklung aus? Welche Erklärungen und Methoden helfen, Kindern einen guten Umgang mit der psychischen Erkrankung der Eltern zu vermitteln? Welche Rahmenbedingungen minimieren Fehlertendenzen bei der Gefährdungseinschätzung des Kindeswohls? Diese Fragen wurden beantwortet und ebenso Problematiken und Handlungsmöglichkeiten von Migration und Integration und Chancen und Risiken des Internets für Jugendliche diskutiert. Durch die Beteiligung von regionalen und überregionalen Referentinnen und Referenten entstand eine bereichernde Mischung um sich mit Angeboten vor Ort vertraut zu machen, aber auch über den "eigenen Tellerrand" zu gucken.

Im Schlussvortrag wies Dipl. Pädagogin Urte Brunken noch einmal darauf hin, dass Selbstfürsorge von Fachkräften in helfenden Berufen bei aller Professionalität, allem Einsatz und Engagement nicht vernachlässigt werden darf. Wichtig sei, sich mit eigenen Grenzen und Ressourcen bewusst auseinander zu setzen, aber auch auf stabile und stressarme Strukturen in Organisationen zu achten.

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Quelle: Kinderschutz-Zentrum Osnabrück

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