Kinder haben das Sagen! - Erste Kinderkonferenz im niedersächsischen Landtag

1. Juli 2019

Zum ersten Mal fand eine Kinderkonferenz im niedersächsischen Landtag statt: Rund 120 Mädchen und Jungen aus 55 niedersächsischen Schulen haben sich am 5. Juni im niedersächsischen Landtag mit selbstgewählten Themen beschäftigt und diese diskutiert. Auf der Agenda ganz vorn standen Umweltschutz, Toleranz, Freiheit und Kinderrechte.

"Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie muss jeden Tag gelebt und geschützt werden. Die Kinderkonferenz bringt Kinder früh mit praktischer Politik in Berührung, das ist klasse! Eine solche Kinderkonferenz sollte jedes Jahr im niedersächsischen Landtag stattfinden!", sagt Johannes Schmidt, der Vorsitzende des Niedersächsischen Kinderschutzbundes.

Zunächst haben die Kinder in Arbeitsgruppen über selbst gewählte Themen beraten, bevor diese dann dem Plenum vorgestellt wurden. Anschließend stimmten sie über die wichtigsten Forderungen ab und übergaben ihre Vorschläge der niedersächsischen Landtagspräsidentin Gabriele Andretta. Mit großer Mehrheit beschlossen die Kinder die Forderung, die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. Besonders wichtig seien dabei das Recht auf Gleichheit, der Schutz von Kindern aus Kriegsgebieten, ein gewaltfreies Aufwachsen, ein besonderer Schutz beeinträchtigter Kinder, die freie Meinungsäußerung, das Recht, draußen spielen zu dürfen und die Freizeit selbst einzuteilen.

Erste-Kinderkonferenz-im-Nds-Landtag_Gruppenfoto1_650px

Foto: DKSB | Daniela Rump (hintere Reihe, links) und Landtagspräsidentin Gabriele Andretta (hintere Reihe Mitte) und Schülerinnen und Schüler der Kantor-Helmke-Schule in Rotenburg (Wümme) und der Grundschule Bad Münder und ihren Lehrerinnen

Zum Thema Umwelt forderten die Kinder die Landtagspräsidentin auf, sich für die Abschaffung von Atomkraftwerken einzusetzen, den Einsatz von Elektroautos voranzutreiben und mehr Naturschutzgebiete einzurichten. Besonders wichtig war den ihnen die Reduzierung von Plastikprodukten. Diese solle die Politik zukünftig verbieten oder durch Mehrwegprodukte ersetzen.

"Die Konferenz ist ein guter Schritt, um Kindern Politik und politische Entscheidungsprozesse nahezubringen und um zu erfahren, was Kinder bewegt. Die Politikerinnen und Politiker müssen die von den Kindern angestoßenen Ideen jetzt aber auch in den Landtag einbringen und umsetzen. Nur so wird deutlich, dass die Belange der Kinder auch ernst genommen werden", fordert Daniela Rump, die stellvertretende Landesvorsitzende des niedersächsischen Kinderschutzbundes, die an der heutigen Konferenz teilgenommen hat.

"Ihre Ideen und Vorschläge haben die Kinder der Konferenz sehr selbstbewusst vorgestellt. Das macht deutlich: Kinder haben eine Meinung und sind sehr wohl in der Lage, eigene Belange zu äußern. Die von vielen Jugendlichen geforderte Senkung des Wahlalters sollte endlich über die Kommunalwahlen hinaus umgesetzt werden", so Rump weiter.

Der niedersächsische Kinderschutzbund setzt sich schon lange für die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz und für mehr Mitbestimmung und Beteiligungsmöglichkeiten von jungen Menschen ein. Unter anderem durch Projekte wie den "KinderHabenRechtePreis" und "StimmRecht", bei dem jungen Menschen die Möglichkeit gegeben wird, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

zurück

Deutscher Kinderschutzbund, Landesverband Niedersachsen, 05.06.2019

zurück

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen