Kein Täter werden: Positive erste Bilanz für Präventionsprojekt Dunkelfeld in Niedersachsen

14. März 2013

Ein Jahr nach dem Start des Forschungs- und Präventionsprojekt Dunkelfeld an der Medizinischen Hochschule Hannover zieht der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Professor Dr. Uwe Hartmann, eine positive Bilanz. Das Angebot für Personen, die auf Kinder ausgerichtete sexuelle Neigungen haben, jedoch keine Übergriffe begehen wollen, wird sehr gut angenommen.

"Wir sind von dem großen Interesse wirklich überrascht", so Hartmann. "In nur einem Jahr haben 327 Personen Kontakt zu uns aufgenommen, von denen tatsächlich 149 aus unserer unmittelbaren Zielgruppe kamen. Bei 61 wurde das umfassende Diagnostikprogramm abgeschlossen und 34 haben wir danach ein Therapieangebot unterbreitet. Derzeit gibt es zwei Therapiegruppen, eine weitere ist geplant. Das ist auch im Vergleich mit den anderen Standorten eine sehr gute Bilanz. Die große Nachfrage zeigt, wie wichtig eine wohnortnahe Hilfe ist. Wir sind sicher, dass dieses Projekt auch weiterhin eine wirksame Maßnahme zum Opferschutz sein wird."

Ziel des Projekts ist es, sexuelle Gewalt an Kindern sowie den Konsum von kinderpornografischen Darstellungen bereits im Vorfeld zu verhindern.

Die Therapie integriert verhaltenstherapeutische und sexualmedizinische Ansätze, die die Möglichkeit einer medikamentösen Unterstützung beinhalten. Interessenten müssen folgende Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen hinsichtlich ihrer pädophilen Neigung über ein Problembewusstsein verfügen und aus diesem Grund von sich aus und ohne gerichtlichen Druck therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Werden sie in das Projekt aufgenommen, können sie – durch die therapeutische Schweigepflicht geschützt – kostenlos sowohl eine diagnostische Abklärung ihres Problems als auch therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen.

Das Projekt wird vom Niedersächsischen Sozialministerium finanziert. Weitere Unterstützer und Kooperationspartner sind die Kinderschutzorganisation Hänsel+Gretel und die Volkswagen-Stiftung. Die MHH ist Partner des Präventionsnetzwerks "Kein Täter werden", dem auch noch die Standorte Berlin, Kiel, Regensburg, Leipzig, Hamburg und Stralsund angehören.

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Kontakt Hannover

Medizinische Hochschule Hannover
Zentrum für Seelische Gesundheit
Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
Projektbüro Dunkelfeld
T (0511) 532 80 52
dienstags und donnerstags 9 bis 11 Uhr
mittwochs 15 bis 17 Uhr
dunkelfeld.info@mh-hannover.de

Weitere Informationen zur Therapie im Flyer.

www.kein-taeter-werden.de

Pressemitteilung der MHH vom 13.03.2013

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
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