Frühe Hilfen in Niedersachsen - Aktivitäten und Perspektiven

Der Bund stellt im Rahmen der Bundesinitiative Frühe Hilfen noch in diesem Jahr 2,76 Millionen Euro für Niedersachsen bereit. Bis zum Ende des ersten Förder-zeitraums am 30. Juni 2014 stehen Niedersachsen rund 8 Millionen Bundesmittel zur Verfügung. Der größte Teil der bewilligten Mittel wird an die niedersächsischen Jugendämter fließen, um verstärkt Familienhebammen einzusetzen.

Im Rahmen des BKiSchG wurde die Bundesinitiative zur Weiterentwicklung der Frühen Hilfen beschlossen. Sie intendiert bereits bestehende Aktivitäten von Ländern und Kommunen mit zusätzlichen Maßnahmen zu ergänzen und zu unterstützen. So werden insbesondere Netzwerke für Frühe Hilfen sowie der Einsatz von Familienhebammen und vergleichbaren Berufsgruppen finanziell gefördert.

Der Bund und die Länder haben hierzu zum 1. Juli 2012 eine Verwaltungsvereinbarung abgeschlossen, die u.a. vorsieht, dass die Länder Koordinierungsstellen einrichten. Diese Stellen sind insbesondere für die finanzielle Abwicklung zuständig. In Niedersachsen wurde diese Stelle beim Landesamt für Soziales, Jugend und Familie angesiedelt. Neben der Antragsberatung und -bewilligung ist sie auch für die Evaluation der Maßnahmen auf Landesebene zuständig, kooperiert mit den Koordinierungszentren Kinderschutz und entwickelt Fortbildungsangebote und Handreichungen.

Im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration hat das Institut für soziale Arbeit e. V. vier regionale Auftaktveranstaltungen zur Umsetzung der Bundesinitiative veranstaltet. Auf den Tagungen in Lüneburg, Oldenburg, Braunschweig und Hannover wurden die beiden Schwerpunkte der Bundesinitiative sowie die Landeskoordinierungsstelle vorgestellt.

Förderung aus Bundesmitteln in 2012 und 2013
Aus den Bundesmitteln stehen den niedersächsischen Jugendämtern 2,3 Mio. Euro noch für 2012 zur Verfügung, für 2013 sind es 3,35 Mio. Euro - 20.000 Euro Pauschale + Mittel errechnet aus U3 und U3 SGB II-Bezug pro Kommune.

Gefördert werden

  • Der Einsatz von Familienhebammen (und vergleichbare Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich, die über ein entsprechendes Kompetenzprofil verfügen, entsprechende Qualifikationen, z.B. Kenntnisse in Sozialrecht, Pädagogik oder Entwicklungspsychologie sind nachzuweisen)
  • Netzwerke mit Zuständigkeit Frühe Hilfen
  • Ehrenamtsstrukturen (wenn 1 und 2 bedarfsgerecht ausgebaut sind)

Eine Mittelweiterleitung ist in Ausnahmefällen möglich (ยง 3 Abs. 3 KKG, Ziffer 3 der Fördergrundsätze). Anträge für 2012 sind grundsätzlich förderfähig ab Antrags-eingang, Maßnahmen sind ab dem 1. November 2012 förderfähig und dürfen nicht schon vorher begonnen haben.

Fortbildungskurs: Netzwerke Frühe Hilfen entwickeln und steuern
Voraussichtlich im Frühjahr 2013 soll ein vierteiliger Fortbildungskurs für Koordinatorinn/en von Netzwerken Früher Hilfen sowie ggf. Leitungskräfte der Netzwerkpartner und weitere Netzwerkakteure starten. Außerdem sind weitere eintägige Fortbildungsveranstaltungen mit fachlichen Impulsen und zum Austausch zu ausgewählten Themen mit Start im Sommer 2013 geplant. Kurs wie Tages-veranstaltungen werden vom Land Niedersachsen im Rahmen der Bundesinitiative gefördert.

Frühe Hilfen und Familienhebammen in Niedersachsen
Neben der Präsentation der Landeskoordinierungsstelle und zur Verteilung der Bundesmittel lag der Fokus der Veranstaltung auf Informationen zu Frühen Hilfen und Familienhebammen in Niedersachsen. Prof. Dr. Adolf Windorfer, Stiftung Eine Chance für Kinder, gab einen Einblick in das Einsatzfeld und die Organisations-strukturen von Familienhebammen. Die vier Koordinierungszentren Kinderschutz zeigten die Herausforderungen in der Koordination Früher Hilfen auf. Ergänzend wurde das Fachinformationssystem Frühe Hilfen (FIS) dargestellt, das zwar nicht Teil der Bundesinitiative ist, jedoch in einem engen inhaltlichen Zusammenhang steht.

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