24. August 2012

Ethikrat empfiehlt rechtliche und fachliche Standards für die Beschneidung

Der Ethikrat hat sich im Rahmen einer öffentlichen Plenarsitzung mit der Beschneidung minderjähriger Jungen aus religiösen und weltanschaulichen Gründen beschäftigt. Die öffentliche Debatte soll zur Versachlichung des Diskurses beitragen.

Grundlage der Diskussion des Ethikrates waren Vorträge zu medizinischen, religiös-kulturellen, straf- und verfassungsrechtlichen sowie ethischen Aspekten der Beschneidung.

Ungeachtet tiefgreifender Differenzen in grundlegenden Fragen empfiehlt der Ethikrat einmütig, rechtliche Standards für eine Beschneidung zu etablieren. Dabei sollen folgende Mindestanforderungen umgesetzt werden:

  • umfassende Aufklärung und Einwilligung der Sorgeberechtigten
  • qualifizierte Schmerzbehandlung
  • fachgerechte Durchführung des Eingriffs sowie
  • Anerkennung eines entwicklungsabhängigen Vetorechts des betroffenen Jungen.

Darüber hinaus fordert der Ethikrat die Entwicklung und Evaluation von fachlichen Standards für die Durchführung der Beschneidung unter Mitwirkung der Betroffenen und der beteiligten Gruppen.

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Weitere Informationen in der Pressemitteilung des Deutschen Ethikrates vom 23.08.2012

Die einzelnen Vorträge und die Diskussion können auf der Website des Deutschen Ethikrates nachverfolgt werden.

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen