Frühe Hilfen in Niedersachsen - Erfahrungen, Erkenntnisse, Perspektiven

Um ein Zwischenfazit und die thematische Weiterentwicklung nach der Aufbauphase Früher Hilfen in Niedersachsen ging es in der Fachtagung "Frühe Hilfen - Erfahrungen, Erkenntnisse, Perspektiven". Ministerin Cornelia Rundt begrüßte die rund 200 Teilnehmenden. Neben Fachvorträgen zu Erkenntnissen über frühkindliche Entwicklung aus der Entwicklungspsychologie und Gehirnforschung, zu Qualitätskriterien für Angebote und Netzwerke Früher Hilfen sowie Workshops wurde auch erstmals der Bericht "Frühe Hilfen in Niedersachsen" vorgestellt.

Vertiefungsbericht im Rahmen der Landesjugendhilfeplanung 2014
Mit dem Zwischenbericht zur Bundesinitiative Früher Hilfen vom Herbst 2014 liegt bereits ein erster bundesweiter Überblick vor. Nun beleuchtet der Vertiefungsbericht im Rahmen der Landesjugendhilfeplanung 2014 speziell die Situation in Niedersachsen. Zentrale Grundlage dafür ist eine erste Auswertung des Fach- und Informationssystem Frühe Hilfen (FIS) www.fruehe-hilfen-niedersachsen.de. Dieses Internetangebot wurde entwickelt, um einerseits die verschiedenen Angebote Früher Hilfen Bürgerinnen und Bürgern sowie Fachkräften bekannt zu machen. Andererseits sollen hiermit Daten für (Jugendhilfe-)Planungsprozesse erhoben werden.

Der Bericht zeichnet sein sehr heterogenes Bild der Frühen Hilfen in Niedersachsen. Zum einen zeigt sich ein unterschiedliches Verständnis, welche Angebote den Frühen Hilfen zuzurechnen sind. Dies spiegelt sich ein einem weiteren Verständnis wider. Zum anderen wird deutlich, dass es eine große Vielfalt bei den Angeboten - auch bei der Qualität - gibt. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass die gesetzlichen Grundlagen weniger verpflichtend sind als in anderen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe. Vielmehr gibt es hier einen großen Spielraum für die Ausgestaltung durch die örtlichen Träger. Somit kommt der kommunalpolitischen Schwerpunktsetzung eine bedeutende Rolle bei den Frühen Hilfen zu. Notwendig sind daher kommunale Konzepte und Planungsprozesse, um den Familien die Unterstützung zu geben, die notwendig und passend ist. Das Land Niedersachsen unterstützt die Kommunen dabei sowohl durch finanzielle Förderung als auch durch das Bereitstellen von Know-how.

Neben einer Darstellung der Grundlagen und der Entwicklung der Frühen Hilfen leistet der Vertiefungsbericht eine fachlich geleitete Erfassung des aktuellen Standes in Niedersachsen. Er gibt Aufschluss über vorhandene Angebotstypen, ihre Zielgruppen und die Angebotsdichte. Diese Informationen bilden eine erste Grundlage für die Identifizierung künftiger Handlungsbedarfe, um die präventiven Hilfesysteme weiterzuentwickeln.

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Film ab! Öffentlichkeitsarbeit zu Frühen Hilfen in Niedersachsen
Auf dem Programm der Fachtagung stand außerdem eine überarbeitete Version des Films zur Umsetzung der Bundesinitiative Frühe Hilfen in Niedersachsen. Dieser wurde bereits im Herbst 2014 bei der Zwischenbilanztagung zur Bundesinitiative in Berlin vorgestellt.

Der Filmbeitrag steht den Netzwerkkoordinatorinnen und -koordinatoren als Instrument der Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung. Er richtet sich an alle Fachkräfte, Entscheidungsträgerinnen und -träger, Multiplikatoren, politisch engagierte Menschen und alle Interessierten. Eine Kurzversion und eine Langversion des Films informiert über den derzeitigen Entwicklungsstand der Frühen Hilfen in Niedersachsen, über Inhalte und Aufgaben bei der Umsetzung und zeigt Beispiele aus einzelnen Kommunen auf.

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