Beteiligung von Familien am Hilfeprozess

Im Vordergrund einer Hilfeplanung steht das ernsthafte Bemühen, Eltern, Kinder und Jugendliche, aber auch andere Personen aus dem sozialen Umfeld in die Ausgestaltung der Hilfe einzubeziehen. Hilfeplanung und Hilfegewährung ist immer ein Prozess, der sich an Situationen und Menschen orientiert. Eine angemessene Einbeziehung von Müttern und Vätern kann aber nur dann erfolgen, wenn Helferinnen und Helfer bereit sind, sich auf den Dialog mit ihnen einzulassen und die Lebenssituation einer Familie zu verstehen. Wer sich selbst in der Rolle eines nur diagnostizierenden Experten sieht, läuft Gefahr, dass seine Bemühungen keine Wirkung zeigen. Helferinnen und Helfer benötigen vielmehr

  • eine Haltung, die den Kindern und ihren Eltern eine wichtige, aktive Rolle innerhalb eines Hilfeprozesses zuordnet,
  • die Bereitschaft zum Verstehen,
  • das Bemühen, einen "Fall" aus der Perspektive der Beteiligten nachzuvollziehen und deren Interpretationen als wesentlich für die Hilfeplanung anzuerkennen.

Die wissenschaftliche Evaluation eines Bundesmodellprogramms zur "Wirkungsorientierten Jugendhilfe" hat gezeigt, dass die Aktivierung von Elternverantwortung und die Stärkung der Beteiligung von Kindern bzw. Jugendlichen am Hilfeprozess die Wirkung einer Hilfe unterstützt (vgl. Allbus et al. 2009, S.31f). Ein beteiligungsfördernder Hilfeprozess verlangt von den Fachkräften zusätzlich zu der entsprechenden pädagogischen Haltung auch ein hohes Maß an Sensibilität und kommunikativer Kompetenz.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen