Hannover: Leitlinien für regionsweites Kooperationsmodell zwischen Jugendhilfe und Sozialpsychiatrischem Dienst vereinbart

9. September 2011

Anfang September unterzeichneten die Fachbereichsleitungen der Sozialen Dienste und des Sozialpsychiatrischen Dienstes von Stadt und Region Hannover Leitlinien zur Zusammenarbeit. Erarbeitet wurde dieses regionsweite Kooperationsmodell unter Beteiligung der Fachkräfte beider Dienste.

Zentrale Punkte dieser Leitlinien sind die Definition der Schnittstellen, die Benennung der jeweiligen Aufgaben sowohl in Verdachtsfällen als auch in Fällen mit Unterstützungsbedarf, die Klärung der Fallzuständigkeit und die Grenzen der Kooperation. Darüber hinaus geben die Leitlinien eine Orientierung für die fallunabhängige Zusammenarbeit.

Hintergrund
Nachdem in den Jahren 2008 bis 2010 die Entwicklung verbindlicher Kooperationsstrukturen mit den Kinderkliniken, der Rechtsmedizin, den pädiatrischen und hausärztlichen Praxen, den Hebammen und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst im Vordergrund stand, wurde das Netzwerk Kinderschutz 2011 u.a. um den Sozialpsychiatrischen Dienst erweitert.

Hintergrund hierfür war die Zunahme an Kontakten der Sozialen Dienste zu Eltern mit psychiatrischen Auffälligkeiten, die eine häufigere und engere Zusammenarbeit mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst (SpDi) erforderlich machte. Sowohl die Fachkräfte der Sozialen Dienste (ASD/KSD) als auch des SpDi äußerten immer wieder Unzufriedenheit in der Zusammenarbeit. Reibungspunkte waren zu hohe bzw. unrealistische gegenseitige Erwartungen, geringe bzw. fehlende Kenntnisse über Aufgaben und Angebote des jeweils anderen Dienstes, unterschiedliche "Sprache" sowie Kompetenzstreitigkeiten (Entscheidungs- und Definitionshoheit).

Bereits 2005 hatte sich eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Landeshauptstadt Hannover dieses Themas angenommen und 2007 erste Leitlinien der Zusammenarbeit verabschiedet. Parallel dazu gab es seitens der Region Hannover ebenfalls Bemühungen, ein standardisiertes Verfahren zu installieren.

Die Leitungen der beteiligten Dienste verständigten sich darauf, auf dieser Grundlage ein regionsweites Kooperationsmodell zu entwickeln. Im ersten Schritt fand eine Fachveranstaltung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Dienste statt. Es folgten regionale Workshops, die je zur Hälfte aus Fachkräften der Sozialen Dienste und des Sozialpsychiatrischen Dienstes bestanden. Diese Workshops dienten dem Kennenlernen der jeweiligen Aufgaben und Angebote sowie dem persönlichen Austausch. Die einzelnen Workshop-Gruppen trugen Eckpunkte für eine gelingende Zusammenarbeit zusammen, die in das Kooperationsmodell einfließen sollen.

Eine kleine, interdisziplinäre Arbeitsgruppe entwickelte hieraus die "Leitlinien der Zusammenarbeit zwischen dem Kommunalen Sozialdienst der Stadt Hannover, dem Allgemeinen Sozialen Dienst der Region Hannover und dem sozialpsychiatrischen Dienst der Region Hannover", die ein standardisiertes Verfahren in Verdachtsfällen von Kindeswohlgefährdung beschreiben.

Die Leitlinien wurden am 5. September 2011 im Rahmen einer Fachveranstaltung von den jeweiligen Fachbereichsleitungen unterzeichnet. Die große Beteiligung der Fachkräfte beider Dienste und die intensive Diskussion um die inhaltliche Entwicklung der Kooperation sichert ihre Verankerung in der Praxis nachhaltig ab.

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Die Leitlinien zur regionsweiten Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe und Sozialpsychiatrischem Dienst stehen im Materielienpool der Koordinierungszentren Kinderschutz unter www.koordinierungszentren-kinderschutz.de zur Verfügung.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
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