14. November 2011

Hilfe für Misshandlungsopfer in Heimen: Länder richten regionale Anlaufstellen ein

(14.11.11) Auf Länderebene laufen derzeit die Vorbereitungen zur Einrichtung regionaler Anlaufstellen für ehemalige Heimkinder. Hier sollen ab 2012 Antragstellungen für Leistungen aus dem "Fonds für Opfer von Unrecht und Misshandlungen in der Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er bis 1970er Jahren" möglich sein.

Im Juli 2011 hat der Bundestag beschlossen, Kinder und Jugendliche, die während einer kommunalen oder kirchlichen Heimerziehung zwischen 1949 und 1975 zu Opfern von Unrecht und Misshandlungen geworden sind, zu entschädigen (Dr. 17/6500). Die Entschädigung westdeutscher Heimkinder soll über einen bundesweiten Fonds in Höhe von 120 Millionen Euro finanziert werden. Der Bund, die alten Länder und die Kirchen sollen dafür jeweils 40 Millionen Euro bereitstellen.

Wie die Anlaufstelle Heimerziehung mitteilt, wurde mittlerweile zwischen Bund, Ländern und Kirchen eine Verwaltungsvereinbarung zur Einrichtung des Fonds erarbeitet. Diese Vereinbarung bildet die Grundlage für die Schaffung einer zentralen Stelle zur Auszahlung von beantragten Leistungen.

Auf Länderebene laufen die Vorbereitungen zur Einrichtung der regionalen Anlaufstellen, über die die Antragstellung erfolgen soll. Dazu wurden, mit Beteiligung ehemaliger Heimkinder, Anforderungen an diese Anlauf- und Beratungsstellen bereits festgelegt. Die Kriterien zur Vergabe von Mitteln aus dem Fonds werden derzeit erarbeitet.

Die Vorbereitungen und die Erarbeitung der Kriterien sollen bis Mitte Dezember abgeschlossen sein, damit ab 2012 für ehemalige Heimkinder regionale Ansprechpersonen zur Antragstellung zur Verfügung stehen. Der Start des Fonds ist zum 1. Januar 2012.

Hintergrund
Von Februar 2009 bis Februar 2011 hat der "Runde Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren" Betroffene, ehemalige Betreuungspersonen und Verantwortliche angehört, Rechtsgrundlagen diskutiert, pädagogische und psychologische Fragen erörtert und gesellschaftliche Entwicklungen nachgezeichnet. Die Ergebnisse und Maßnahmevorschläge wurden dem Deutschen Bundestag im Januar 2011 vorgelegt.

Bis zur Umsetzung der Vorschläge wurde als Übergang die Anlaufstelle Heimerziehung eingerichtet. Sie ist noch bis Ende Februar 2012 bei der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ angesiedelt.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen