17. November 2014

Keine Grauzonen im Internet: Netzwerk gegen Missbrauch und sexuelle Ausbeutung von Kindern

Bilder, die Kinder in sexuellen Posen zeigen, sind im Internet weit verbreitet und einfach zu finden. Mit dem Netzwerk "Keine Grauzonen im Internet" sollen Darstellungen von Kindern und Jugendlichen in sexuellen Posen wirksamer bekämpft und international geächtet werden. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig übernimmt die Schirmherrschaft über das Netzwerk.

Ziel des neuen Netzwerkes ist es, neben Darstellungen sexueller Handlungen von, an oder vor Kindern auch die Verbreitung solcher Darstellungen einzudämmen, die Kinder in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung oder in einem sexualisierten Kontext zeigen und die durch die vom Bundestag am 14. November beschlossene Änderung des Sexualstrafrechts umfassend unter Strafe gestellt werden.

I-KiZ_LogoDas I-KiZ - Zentrum für Kinderschutz im Internet wird die Vernetzung von Plattformanbietern, Hotlines und Präventionsprojekten im Rahmen des Netzwerks "Keine Grauzonen" koordinieren und ausweiten sowie die Internationalisierung vorantreiben. Zusätzlich können die bislang von der EU geförderten deutschen Internet-Beschwerdestellen Fördermittel des Bundesfamilienministeriums erhalten, um die erweiterten Aufgaben wahrzunehmen. Die Hotlines leiten Fundstellen an Partner im Ausland weiter und kontaktieren Diensteanbieter, damit sie Posenangebote von ihren Plattformen entfernen.

Google platziert künftig als erster Unternehmenspartner im Umfeld von Suchergebnissen Warnhinweise, wenn der Verdacht einer Suche nach einschlägigem Material besteht. Die Hinweise enthalten Informationen für Kinder, Jugendliche und deren Angehörige. Sie erfahren dort, an wen unzulässige Fundstellen gemeldet werden und wo Betroffene Hilfe erhalten können. Google arbeitet hier neben den Beschwerdestellen eng mit der Beratung "Nummer gegen Kummer" zusammen. Des Weiteren richten sich die Hinweise auch an Menschen mit pädophiler Neigung, die auf das Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden" hingewiesen werden und dort therapeutische Hilfe unter Schweigepflicht finden. "Globale Plattformanbieter wie Google sind wichtige Partner, weil sie die Verbreitung von Darstellungen der sexuellen Ausbeutung von Kindern über ihre Dienste wirksam bekämpfen und ihre Auffindbarkeit stark beschränken können", so Schwesig.

Das Kompetenzzentrum wird die Grauzonen ausleuchten, systematisch gegen Posenangebote vorgehen und Plattformbetreiber unterstützen. Es wird bei jugendschutz.net angesiedelt und vom BMFSFJ finanziert.

zurück

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen