27. Februar 2014

Hilfsfonds für ehemalige DDR-Heimkinder wird aufgestockt

Der Hilfsfonds für ehemalige DDR-Heimkinder soll von 40 Millionen auf rund 200 Millionen Euro aufgestockt werden. Darauf haben sich der Bund und die ostdeutschen Länder geeinigt. Der Hilfsfonds, mit dem die Heimkinder für Misshandlung und Ausbeutung entschädigt werden sollen, wird vom Bund und den ostdeutschen Ländern je zur Hälfte finanziert.

Der Fonds war im Jahr 2012 mit einem Gesamtvolumen von 40 Millionen Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren aufgelegt worden. Aus ihm können Menschen, die während ihrer Zeit in einem DDR-Kinderheim körperliche oder psychische Schädigungen erlitten haben und Spätfolgen nachweisen können, Sachhilfen im Wert von bis zu 10.000 Euro erhalten: Geld für Beratungen, Therapien oder als Ausgleich für soziale Notlagen. Letztere, und gehört auch Geld für Konsumgüter, machen mit 75 Prozent den Großteil aus. Hinzu kommen gegebenenfalls Rentenersatzleistungen, wenn die betroffenen Menschen als Kinder oder Jugendliche in den Heimen arbeiten mussten.

Schon jetzt haben weit mehr Betroffene als zunächst erwartet Anträge gestellt. Bis Ende des Jahres 2013 seien Vereinbarungen mit rund 4.000 ehemaligen Heimkindern getroffen worden, die Mittel des ursprünglichen Fonds sind inzwischen ausgeschöpft. Das Familienministerium rechnet derzeit damit, dass sich die Zahl der Antragstellenden auf insgesamt rund 21.000 erhöhen wird.

Wer Geld aus dem Fonds erhalten will, muss dies nun spätestens bis zum 30. September 2014 anmelden. Ein detaillierter Antrag kann auch später gestellt werden.

In der DDR gab es nach Schätzungen rund 400.000 Heimkinder. Für die rund 800.000 ehemaligen Heimkinder aus den alten Bundesländern wurde Anfang 2012 ein Fonds mit 120 Millionen Euro eingerichtet.

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Weitere Informationen zu den Hilfsangeboten und zum Beratungsprozess sowie eine Übersicht zu Beratungsstellen des Hilfsfonds finden Sie unter www.fonds-heimerziehung.de

Quellen: hib vom 19.02.2014 und dpa vom 26.02.2014

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen