Sichere Orte - In Niedersachsen einmaliges Kinderschutz-Modellprojekt in Oldenburg gestartet

Wie lassen sich Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen gegen sexuelle Übergriffe schützen? Diese Frage wollen die Mitarbeitenden des Hauses Regenbogen unter Anleitung des Kinderschutz-Zentrum Oldenburg beantworten. In dem vom Land Niedersachsen mit 9.000 Euro geförderten Projekt "Sichere Orte" geht es um die Erarbeitung praktischer Tipps und Handlungsmöglichkeiten für Einrichtungen der Behindertenhilfe. Mitarbeitende und Einrichtungsleitung entwickeln zusammen mit behinderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Methoden um die Gefahr von sexuellen Übergriffen zu bannen.

v.l.: Dr. Michael Herschelmann vom Kinderschutz-Zentrum, Maria Fuchs, Leiterin von Haus Regenbogen und die Leiterin des Diakonie-Geschäftbereiches Förderung und Therapie, Susanne Jungkunz, präsentieren ein Arbeitsblatt aus dem neuen Präventionsprojekt Die öffentliche Diskussion um Missbrauchsfälle hat Einrichtungs- und Geschäftsbereichsleitung der Diakonie Oldenburger Land dazu bewogen, das Präventionsprojekt in der Einrichtung zu beginnen. Der Geschäftsbereich Förderung und Therapie der Diakonie finanziert das Pilotprojekt mit einem Eigenanteil von ebenfalls 9.000 Euro.

Bei den Mitarbeitenden der Diakonie trifft das Präventionsvorhaben auf offene Ohren. Sie sind froh, dass der Umgang mit behinderten Kindern und Jugendlichen offen diskutiert wird. Die Selbstkontrolle der eigenen Handlungen an den stark Hilfebedürftigen führe zu mehr Sicherheit. Mitarbeitende können klar sagen, dass die Art und Weise der Hilfeleistungen gut und in Ordnung ist. Gleichzeitig wird ein Instrumentarium erlernt, das als Frühwarnsystem wirkt und bei der Grenzsetzung hilft.

Das Projekt bringt für die etwa 100 Mitarbeitenden eine Kompetenzerweiterung, denn das Kinderschutz-Zentrum kann im Haus Regenbogen auf bestehende Konzepte aufbauen. Dr. Michael Herschelmann vom Kinderschutz-Zentrum ist sich sicher, dass Einrichtungen mit einem eigenen Präventionskonzept für Täter und Täterinnen unattraktiver sind.

Vergleichbare Projekte für die Kinder- und Jugendhilfe haben in Hannover und Braunschweig begonnen.

Im Haus Regenbogen der Diakonie leben 60 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderungen.

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