4. Januar 2016

Hamburg: Prüfung des Hilfeverlaufs im Fall Tayler angekündigt

Nach dem Tod eines Kleinkindes in Hamburg im Dezember 2015 hat Senatorin Dr. Melanie Leonhard eine umfangreiche Prüfung angekündigt. Nach der Einlieferung des Jungen in ein Krankenhaus habe das zuständige Bezirksamt um eine Prüfung des Hilfeverlaufs durch die unabhängige Jugendhilfeinspektion gebeten.

"Wir brauchen Klarheit darüber, welche Maßnahmen der Allgemeine Soziale Dienst zum Kinderschutz ergriffen hat und warum es trotz der Hilfen zum Tod des Jungen kam. Mit dem Bezirksamt haben wir vereinbart, dass die Jugendhilfeinspektion durch Prof. Dr. Christian Schrapper unterstützt wird, der sich auch mit strukturellen Fragen des Kinderschutzes beschäftigen wird", erklärt Senatorin Leonhard. "Sobald die Ergebnisse dieser umfangreichen Prüfung vorliegen, informieren wir die parlamentarischen Gremien und die Öffentlichkeit."

Der zwölf Monate alte Tayler war eine Woche nach seiner Einlieferung am 19. Dezember gestorben, vermutlich an den Folgen eines Schütteltraumas. Das Baby war Medienberichten zufolge bereits im August 2015 nach einem Schlüsselbeinbruch vorrübergehend in einer Pflegefamilie untergebracht. Eine Anzeige sei allerdings nicht gemacht worden - der Verdacht auf Körperverletzung ließ sich damals nicht erhärten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen die 22 Jahre alte Mutter des Kindes und ihren 26 Jahre alten Lebensgefährten, der nicht der Vater ist.

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Quelle: Pressemitteilung der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Hamburg, 20.12.2015 auf www.hamburg.de