Niedersachsen: Mehr Sorgerechtsentzüge in 2011 als im Vorjahr

Um eine Gefährdung des Kindeswohls abzuwenden, haben die Gerichte im Jahr 2011 in Niedersachsen 1.131 Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Entzug des elterlichen Sorgerechts angeordnet, 89 Fälle (9 Prozent) mehr als 2010. Das teilt der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Nieder-sachsen (LSKN) mit.

In 821 Fällen wurde das Personensorgerecht ganz oder teilweise auf das Jugendamt übertragen. Ein Jahr zuvor hatte es 800 Übertragungen auf das Jugendamt gegeben.

Insgesamt 4.036 Kinder und Jugendliche lebten bis zum Jahresende 2011 unter gesetzlicher oder bestellter Vormundschaft der Jugendämter, ein Rückgang von 2 Prozent gegenüber dem Jahr 2010.

Eine vom Jugendamt ausgeübte bestellte Amtspflegschaft, die nur die Wahrnehmung bestimmter Angelegenheiten der elterlichen Sorge umfasst, lag für 3.394 Kinder und Jugendliche vor, 70.460 Minderjährige lebten außerdem mit Beistandschaften. Die Beistandschaft unterstützt einen alleinsorgeberechtigten Elternteil auf dessen Antrag beim Jugendamt bei der Ausübung der elterlichen Sorge.

Für 1.754 Kinder und Jugendliche bestand eine Pflegeerlaubnis für die Vollzeit- bzw. Wochenpflege in einer Pflegestelle.

Insgesamt wurden 12.823 Sorgeerklärungen in 2011 von den Jugendämtern in Niedersachsen bearbeitet, 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine Sorgeerklärung ist eine Willenserklärung nicht miteinander verheirateter Eltern eines Kindes, die elterliche Sorge gemeinsam ausüben zu wollen.

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