Erster Niedersächsischer Kinderschutzfachkräftekongress

16. November 2015

Vor rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt, Stefan Heinitz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren und Antje Möllmann, Kinderschutz-Akademie in Niedersachsen, am 16. November 2015 den ersten Niedersächsischen Fachkongress für Kinderschutzfachkräfte eröffnet.

Kinderschutzfachkräftekongress-2015_Begrüßung

Fehler, Risiken und Entwicklungsperspektiven im Kinderschutz sind die Themen, zu denen sich Kinderschutzfachkräfte aus ganz Niedersachsen zu dem zweitägigen Kongress in Hannover getroffen haben. Auf dem Programm stehen zahlreiche Vorträge, Workshops und Diskussionen mit namhaften Referentinnen und Referenten aus ganz Deutschland. Veranstaltet wird der Kongress von der Kinderschutz-Akademie in Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren und dem Niedersächsischen Sozialministerium. Mit dem Fachkongress soll der überregionale Dialog über fachliche Weiter- und Qualitätsentwicklung gefördert werden.

Die Aufgaben, die die so genannten "insoweit erfahrenen Fachkräfte" nach § 8a und b SGB VIII und nach dem Bundeskinderschutzgesetz zu bewältigen haben, sind groß: Sie sollen nicht nur allen, die im beruflichen Kontext mit Kinder und Jugendlichen in Kontakt kommen, zur Wahrnehmung des gesetzlichen Schutzauftrages und zur Gefährdungs- einschätzung zur Seite stehen, sondern auch Ansprechpersonen für Fragen des regionalen Hilfenetzwerks sein.

"In den zurückliegenden neun Jahren sind allein in Niedersachsen durch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren e.V. etwa 1.000 Kinderschutz-fachkräfte fortgebildet worden. Das ist aus meiner Sicht eine sehr beachtliche Bilanz", so Kinder- und Jugendministerin Cornelia Rundt bei der Eröffnung des Fachkongresses.

"Alle, die beruflich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, kennen Situationen, in denen das eigene Fachwissen nicht weiterhilft, weil sie plötzlich mit Vernachlässigung und Gewalt konfrontiert sind, mit Verunsicherung und Überforderung. Wenn es gilt, in hochsensiblen Problemlagen eine Lösung zu finden, sind die Kinderschutzfachkräfte die erste und unverzichtbare Ansprechperson – ein Leuchtturm in rauer See", sagte Johannes Schmidt, Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes in Niedersachsen.

Kinderschutz und Kindeswohl für Flüchtlinge
Ministerin Cornelia Rundt weist auch auf die aktuellen Herausforderungen im Kinderschutz hin. "Der Niedersächsischen Landesregierung ist es sehr wichtig, gerade auf die besonders schutzbedürftigen Flüchtlinge, nämlich Kinder und Frauen ein besonderes Augenmerk zu legen", erklärte sie. Aktuell haben das Niedersächsische Sozial- und das Niedersächsische Innenministerium ein Konzept zum Kinderschutz und Gewaltschutz für Frauen in Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende und Flüchtlinge erarbeitet, das in Kürze in Kraft gesetzt wird. Mit diesem Konzept soll sichergestellt werden, konzeptionell und einheitlich die Beschäftigen in allen Flüchtlingsunterkünften des Landes zu sensibilisieren und konkrete Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Vor großen Herausforderungen stehen aktuell auch die Jugendämter, die für die Inobhutnahme der unbegleiteten Kinder und Jugendlichen zuständig sind. Zum 1. November 2015 ist ein bundesweites und landesinternes Verteilverfahren eingeführt worden. Für Ministerin Rundt ist es unabdingbar, dass eine dem Kindeswohl entsprechende Betreuung und Versorgung der unbegleiteten Minderjährigen gewährleistet ist.

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Weitere Informationen in der Pressemitteilung des Niedersächsischen Sozialministeriums, 16.11.2015.

Eine Dokumentation des Kongresses finden Sie auf der Website der Kinderschutz-Akademie.

Fortbildung zur Fachkraft Kinderschutz 2016: jetzt anmelden!

Das Land Niedersachsen fördert auch in 2016 die berufsbegleitende Fortbildung zur Fachkraft Kinderschutz und zur Fallberatung im Kinderschutz. In vier Folge-Kursen wird Grundwissen vermittelt, über das eine Fachkraft der Jugendhilfe gemäß § 8a SGB VIII verfügen muss. Vier weitere Aufbau-Module mit Themenstellungen der beratenden Fallkoordination bieten die Möglichkeit zur Vertiefung der Kenntnisse und Zertifizierung. Veranstaltet werden die Qualifizierungsmaßnahmen vom Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend, Familie und Integration in Zusammenarbeit mit den Kinderschutz-Zentren e.V.

Anmeldungen (per Fax oder auf dem Postweg) sind ab sofort möglich! Die Weiterbildung ist pro Kurs auf 25 Personen begrenzt - Da die Liste der Interessierten länger ist als die Zahl der möglichen Teilnehmenden, entscheidet das Eingangsdatum über die Teilnahme.

Alle Informationen, Curricula und Anmeldeformulare finden Sie hier.

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen