Das Shaken-Baby-Syndrom-Projekt

Die erschreckende Zahl der am Schütteltraumasyndrom leidenden Kinder veranlasste 2004 eine interdisziplinäre Gruppe der Medizinischen Hochschule Hannover, das Shaken-Baby-Syndrom-Projekt zu starten. Dabei handelt es sich um eine wissenschaftlich begleitete Aufklärungskampagne in drei Phasen. Denn die Vermutung lag nahe, dass Eltern und Betreuungspersonen kaum etwas über die fatalen Folgen von bereits leichtem Schütteln wissen.

Phase 1: Evaluation vor der Aufklärungskampagne

September bis Dezember 2007
Die Aufklärungskampagne wird von einer wissenschaftlichen Evaluation flankiert, die feststellen soll, inwieweit diese Kampagne wirksam war. Außerdem wird untersucht, welches Wissen Betreuungspersonen von Kindern im gefährdeten Altern von 0 bis 3 Jahren sowie Schwangere und ggf. ihre Partner über das Shaken Baby Syndrom (SBS) haben. Hierfür wurde ein Fragebogen entwickelt, der in hannoverschen Kinder- und Frauenarztpraxen eingesetzt wurde.

Phase 2: Aufklärungskampagne

Februar bis August 2008
Um über die Folgen des Schütteltraumas aufzuklären, hat das Projektteam der Medizinischen Hochschule Hannover eine Informationskampagne in Hannover geplant und durchgeführt. Als Medium für diese Kampagne standen unter anderem eine Aufklärungsbroschüre sowie ein Poster zur Verfügung, die gemeinsam mit dem Kooperationspartner, der Techniker Krankenkasse, erstellt wurden. Diese Flyer, die Informationen über die Gefahren des Schüttelns geben, wurden in allen hannoverschen Kinder-/Frauenarztpraxen und Kinder-/ Entbindungskliniken ausgelegt. Darüber hinaus sind sie in vielen weiteren relevanten Einrichtungen zu erhalten, die Kontakt mit (werdenden) Eltern haben, wie beispielsweise Krippen, Hebammenpraxen und Beratungsstellen. Über Vortragsveranstaltungen, Kongressbeiträge und Multiplikatorenschulungen wurden die Gefahren des Schüttelns zusätzlich bewusst gemacht. Unterstützt wird die Aufklärung durch die Website www.schuetteln-ist-lebensgefaehrlich.de.

Phase 3: Evaluation nach der Aufklärungskampagne

September bis Dezember 2008
Nach Ende der Aufklärungsphase wurden die Eltern und Betreuungspersonen erneut befragt. Die Daten aus den Befragungen vor und nach der Kampagne werden derzeit noch u.a. hinsichtlich der Wirksamkeit der Kampagne (Erhöhung des Wissenstandes) ausgewertet.

Das Team

Zur interdisziplinären Projektgruppe Schütteltrauma der Medizinischen Hochschule Hannover gehören:

  • Dr. rer. biol. hum. Dorothee B. Bartels
    M.Sci.Epi., Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung
  • Maria-Jantje Brinkhaus
    Perinatale Infektionsepidemiologie, Abteilung für pädiatrische Pneumologie und Neonatologie, Zentrum Frauenheilkunde
  • Prof. Dr. med. Christiane E. Dammann
    Abteilung für pädiatrische Pneumologie und Neonatologie, Kinderheilkunde I
  • Anja Frädrichsdorf
    Abteilung für pädiatrische Pneumologie und Neonatologie, Kinderheilkunde I
  • Dr. med. Anette S. Debertin
    Institut für Rechtsmedizin
  • Dr. med. Nadine Wilke
    Institut für Rechtsmedizin

In Kooperation mit

  • Prof. Dr. phil. Ulla Walter und Silke Kramer, Ärztin
    MPH Prävention und Rehabilitation in der System- und Versorgungsforschung, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung
  • Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Niedersachsen

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Kontakt

Projektgruppe Schütteltrauma
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1
30625 Hannover
schuetteltrauma@mh-hannover.de

Materialien zum Herunterladen

Laden Sie sich die Infomaterialien zur Kampagne "Schütteln ist lebensgefährlich!" herunter:

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen