Frühe Hilfen

Stiftung Pro Kind

Logo pro kind Im Modellprojekt "Pro Kind" wurde von 2006 bis 2011 ein Hausbesuchsprogramm für finanziell und sozial belastete Erstgebärende erprobt. Speziell ausgebildete Familienbegleiterinnen besuchten die Familien vom zweiten Drittel der Schwangerschaft an bis zum zweiten Geburtstag der Kinder. Dabei wurde erstmals in einem größeren, wissenschaftlichen Umfang die Wirksamkeit der Hausbesuche von Hebammen und Sozialpädagoginnen untersucht. Die praktischen Erfahrungen und wissenschaftlichen Ergebnisse der Modellprojektphase sind in die Neuentwicklung von Materialien der Frühen Hilfen in Deutschland eingeflossen.

"Pro Kind" basiert auf dem US-amerikanischen Konzept "Nurse Family Partnership", das seit über 30 Jahren erfolgreich durchgeführt wird. Am niedersächsischen Modellprojekt waren fünf Kommunen (Hannover, Braunschweig, Stadt und Landkreis Celle, Göttingen und Wolfsburg) beteiligt. Wissenschaftlich begleitet wurde es vom Kriminologischen Forschungsinstitut in Kooperation mit der Leibnitz Universität Hannover.

Hausbesuch, Begleitung im Tandem, ressourcenorientierter Ansatz

Die Familienbegleiterinnen – ein Team aus Hebamme und Sozialpädagogin – betreuen die Familien schon während der Schwangerschaft und begleiten das Aufwachsen in den ersten drei Lebensjahren. Dazu gehört unter anderem

  • Unterstützung bei der Geburtsvorbereitung
  • lebenspraktische Hilfen in den ersten Monaten
  • Aufbau von Zuneigung und Vertrauen zum Neugeborenen
  • Umgang mit Problemen

Bereits während der Schwangerschaft regen die Familienbegleiterinnen ein gesundheitsbewusstes Verhalten an, fördern die Bindung zum Kind und stärken die elterlichen intuitiven Erziehungskompetenzen. Ebenfalls im Blickpunkt liegen der Aus- und Aufbau von formellen und informellen Netzwerken und die langfristige, ökonomische Eigenständigkeit der Familien. Sie werden bei der Arbeits- oder Ausbildungssuche unterstützt, damit sie nicht mehr von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld abhängig sind.

Die Hausbesuche finden zu Beginn wöchentlich, später alle zwei Wochen statt. In Krisensituationen sind zusätzliche Besuche vorgesehen.

Zur Strukturierung und Begleitung liegen der Arbeit der Familienbegleiterinnen Handbücher zugrunde, deren Inhalte flexibel an den Einzelfall angepasst werden. Die Familienbegleiterinnen nehmen regelmäßig an Fortbildungsworkshops und Arbeitstreffen teil. Sie sind darin geschult, komplexe Probleme, die sich aus den sozial schwierigen Situationen der Frauen und ihrer Familien ergeben, zu erkennen, zu beurteilen sowie adäquat zu handeln.

Weiterentwicklung: Hausbesuchsprogramm mit NEST und FELIKS

Auf der Grundlage der Ergebnisse des Modellprojekts basierend wurde das Hausbesuchsprogramm "Pro Kind" weiterentwickelt. Es richtet sich, wie das Modellprojekt, an Erstgebärende mit finanziellen, sozialen und persönlichen Herausforderungen. Diese werden möglichst früh in der Schwangerschaft aufgenommen und bis zum zweiten Geburtstag ihres Kindes begleitet. Die empfohlene zweiwöchige Besuchsfrequenz wird im Einzelfall angepasst, wie auch der vorgesehene Zeitraum bis zum 2. Geburtstag.

Das Hausbesuchsprogramm arbeitet nach einem eigens entwickelten Fahrplan, der an den in den verschiedenen Phasen der Begleitung relevanten Themen orientiert ist. Dabei nutzt es die in Zusammenarbeit mit dem NZFH entwickelte NEST Materialien und das ebenfalls neu entwickelte handlungsorientierte FELIKS Modul. Sämtliche Vorlagen des Hausbesuchsprogramms berücksichtigen außerdem Leichte Sprache.

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Weitere Informationen

Kontakt

Projektbüro "Pro Kind"
Anna Maier-Pfeiffer
Lützerodestraße 9
30161 Hannover
T (0511) 76 17 00 90
info@stiftung-pro-kind.de
www.stiftung-pro-kind.de

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen