Neujahrs-Symposium der MHH zum Thema Prävention und Gewaltmedizin

15. Januar 2019

Das Institut für Rechtsmedizin und die Abteilung Klinische Psychologie und Sexualmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover haben erstmals zum gemeinsamen Neujahrs-Symposium eingeladen. Rund 250 Gäste haben sich am 11. Januar 2019 unter dem Motto "Prävention ist möglich!" mit der Thematik häuslicher und sexualisierte Gewalt aus den unterschiedlichen Perspektiven von Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie beschäftigt.

Mit den Projekten Kein Täter werden, I can change, Netzwerk ProBeweis und der Kinderschutzambulanz wurden neue Wege der Prävention und Intervention in der "Gewaltmedizin" vorgestellt. Ministerin Dr. Carola Reimann begrüßte die Gäste und dankte allen, die hier den Opfern wertvolle Unterstützung geben.

MHH-Neujahrssymposium-2019_650px

Fotos: Medizinische Hochschule Hannover | Das Team der Rechtsmedizin (v.l.: Frau Berking, Frau Dr. Todt, Frau Lüning, Frau Prof. Debertin, Frau Schulte-Brod, Frau Stockhausen) vor dem Plakat von Florentina Pakosta im Sprengel Museum. | Ministerin Dr. Carola Reimann begrüßte die Gäste.

Diagnostik und Beweissicherung
Niedersachsen ist das einzige Bundesland in Deutschland, das ein flächendeckendes einheitliches Konzept zur anonymen Spurensicherung bei sexualisierter Gewalt bietet. Betroffenen kann so beispielsweise dank des Netzwerks ProBeweis (für Erwachsene) oder der Kinderschutzambulanz der Medizinischen Hochschule Hannover geholfen werden – kostenlos, anonym und wohnortnah mit 37 Anlaufstellen.

Prävention
Vorgestellt wurden auch die Erfolge des Präventionsprojekts "Kein Täter werden (Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld)" und erste Erfahrungen aus dem Forschungs- und Behandlungsprojekt "I can change" zur Verhinderung der Ausübung von sexualisierter Gewalt.

Die Dunkelfeld-Ambulanz von "Kein Täter werden" im Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Sexualmedizin der MHH bietet seit 2012 eine Therapie für Personen, die ihre gestörte Sexualpräferenz von Kindern und Jugendlichen als Problem erkennen. Das Therapieprogramm wurde in einem Forschungsprojekt der Berliner Charité entwickelt und erprobt. Weitere Projekt-Standorte sind Düsseldorf, Gießen, Kiel, Mainz, Hamburg, Leipzig, Regensburg, Stralsund und Ulm.

Das Forschungs- und Behandlungsprojekt "I can change" zur Prävention und Behandlung dysregulierter Sexualität ist ein diagnostisches und therapeutisches Angebot. Es soll Menschen unterstützen, die unter sexuellen Impulsen leiden und Hilfe suchen, weil sie fürchten diese nicht mehr kontrollieren zu können. Ziel ist es, die Patienten in die Lage zu versetzen, ihre Sexualität zu regulieren und damit die langfristige Verhinderung der Ausübung von sexualisierter Gewalt gegen Erwachsene zu gewährleisten.

zurück

Hotline Kinderschutzambulanz

Kinderschutzambulanz-MHH_LogoT (0511) 532 55 33
montags bis donnerstags 8.00 bis 16.00 Uhr
freitags 8.00 bis 14.00 Uhr
rechtsmedizin.kinderschutz@mh-hannover.de
www.mh-hannover.de/kinderschutz.html

Mehr zum Thema

zurück

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen