DGfPI fordert mehr Aufmerksamkeit für Kinder­schutz und Kinder­rechte von der künf­tigen Bundes­regierung

7. Dezember 2017

DGfPI_Deutsche-Gesellschaft-für-Prävention-und-Intervention-bei-Kindesmisshandlung-und-vernachlässigung_LogoBei der Bundestagung der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. (DGfPI) kamen Ende November / Anfang Dezember Kinderschutzfachkräfte aus ganz Deutschland zusammen. Dabei drängte ihr Vorstand auf eine stärkere Berücksichtigung von Kinderschutz und Kinderrechten bei der künftigen Bundesregierung. Der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Wolfgang Feuerhelm machte deutlich, dass die zukünftige Regierung die Aufgabe habe, das Thema Kinderschutz voranzutreiben: "Deutschland als eines der reichsten Industrieländer muss sich zu einem Vorreiter bei der Durchsetzung von Kinderrechten und Kinderschutz entwickeln."

Aktuelle Zahlen belegen Notwendigkeit für besseren Kinderschutz
Aktuelle Zahlen belegen, dass Deutschland von der vorbildlichen Einhaltung von Kinderschutz und Kinderrechten noch weit entfernt ist: Im Jahr 2016 haben die Jugendämter annähernd 137.000 Verfahren zur Überprüfung von Kindeswohlgefährdungen durchgeführt, die sich in 45.800 Fällen auch bestätigt haben (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2017). Als Konsequenz mussten 6.600 Kinder und Jugendliche mehr als im Vorjahr – und damit insgesamt 84.230 junge Menschen – von den Jugendämtern in Obhut genommen werden. Hinzu kommen 13.627 Anzeigen wegen Missbrauchs von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen und 6.743 Anzeigen wegen des Besitzes und der Verbreitung sogenannter Kinder- und Jugendpornografie (Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), 2016). Die Dunkelziffer ist laut Fachleuten noch um das 10- bis 20-Fache höher.

Kinderschutz fester Bestandteil der künftigen Regierungsagenda
"Diese Zahlen müssen für alle Parteien im neuen Bundestag ein Weckruf sein, sich stärker für den Kinderschutz in Deutschland zu engagieren", betonte Wolfgang Feuerhelm. "Nicht nur bei Sondierungsgesprächen und Koalitionsverhandlungen muss dem Kinderschutz eine hohe Priorität eingeräumt werden: Er muss fester Bestandteil der künftigen Regierungsagenda werden." Die zukünftige Bundesregierung sollte deutlich mehr Engagement als die Vorgängerregierung zeigen und zusätzliche finanzielle Ressourcen bereitstellen. Dazu gehöre auch die Stärkung des Amtes des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs sowie der Betroffenenbeteiligung: "Angesichts des enormen Ausmaßes von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche benötigt der Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig dringend eine bessere finanzielle Ausstattung und eine dauerhafte Stärkung", forderte Feuerhelm.

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