30 Jahre Kinderschutz in Oldenburg

16. September 2016

Kinderschutz-Zentrum-Oldenburg_LogoMit einem Fachtag und einer überarbeiteten Website im frischen Design haben das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg und das Diakonische Werk am 15. September 2016 30 Jahre Kinderschutz in Oldenburg gefeiert. Seit 1986 besteht der Oldenburger Verein zur Verhütung von Kindesmisshandlung, aus dem später die Vertrauensstelle Benjamin und das Kinderschutz-Zentrum hervorgingen. Heute ist das Kinderschutz-Zentrum nicht nur Beratungs- sondern auch Fortbildungsstelle. Finanziert wird es aus Mitteln des Landes, der Stadt Oldenburg und des Landkreises Oldenburg.

Von der Vertrauensstelle Benjamin zum Kinderschutz-Zentrum

Die Entwicklung dieses Angebotes geht zurück auf die Initiative von Ärzten, Krankenschwestern, Sozialarbeitern und Pädagoginnen, die zusammen mit der Diakonie den Verein gründeten. Ein Jahr hatte die Gruppe an einem Konzept für die Beratung gearbeitet, Erfahrungen aus Deutschland und den Niederlanden ausgewertet und Kontakte zu Therapeuten und Institutionen hergestellt.

Beratungsstelle
Die Vertrauensstelle Benjamin bietet Kindern, Jugendlichen, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern kostenlose, vertrauliche Beratung und weitere Hilfen bei Misshandlung, Vernachlässigung, sexueller und häuslicher Gewalt. Im Fokus der niedrigschwelligen und ressourcenorientierten Arbeit steht immer das Wohlergehen der Kinder. Eltern von Säuglingen und Kleinkindern steht die Beratungsstelle bei, um zu verhindern, dass aus Hilflosigkeit und Überforderung Gewalt entsteht. Bei Kindesmisshandlung und Vernachlässigung werden Einzel- und Familiengespräche angeboten. Bei sexueller Gewalt steht die parteiliche Einzelarbeit mit den Betroffenen und deren Bezugspersonen im Vordergrund.

30-Jahre-Kinderschutz-Zentrum-Oldenburg_vantZet_Feld_KönneckeDie Zahl der Beratungen liegt bei etwa 220 Neuanmeldungen im Jahr. Das Kinderschutz-Zentrum berät bei Kindesmisshandlung, Vernachlässigung, sexueller und häuslicher Gewalt. 82 Prozent der Kinder in der Beratung sind unter 10 Jahre alt, berichtet die Leiterin des Kinderschutz-Zentrum Oldenburg, Mareike van't Zet.

Darüber hinaus hat sich die Beratungsstelle in der Stadt Oldenburg und der Region als Fachberatungsstelle bei Kindeswohlgefährdung (Misshandlung, Vernachlässigung, sexuelle und häusliche Gewalt) etabliert.

Fortbildung und Entwicklung neuer Konzepte
Seit 10 Jahren fließt die Erfahrung aus der Beratungsarbeit vermehrt in die Schulung und Fortbildung anderer Fachkräfte ein, derzeit beispielsweise in einem überregionalen Fortbildungsprogramm zum Kinderschutz im medizinischen Bereich im Nordwesten Niedersachsens. Zudem beteiligt sich das Kinderschutz-Zentrum mit regionalen Praxistagen an der Niedersächsischen Fortbildungsoffensive Kinderschutz 2016. In vielen Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe sind mit Hilfe des Kinderschutz-Zentrums besondere Schutzmechanismen (Kinderschutz-Konzepte) installiert worden. Mit den eigenen Erfahrungen aus dem Modellprojekt Kinderschutz im ländlichen Raum unterstützt das Kinderschutz-Zentrum derzeit den Landkreis Friesland als Modellregion Kinderschutz im ländlichen Raum.

Foto: Kinderschutz-Zentrum Oldenburg | Einrichtungsleiterin Mareike van't Zet, Diakonie-Vorstand Thomas Feld und Sozialpädagogin Angela Könnecke

zurück

Weitere Informationen in der Pressemitteilung der Diakonie im Oldenburger Land, 01.09.2016, und auf der Website des Kinderschutz-Zentrum Oldenburg www.kinderschutz-ol.de

Mehr zum Thema

Kinderschutz im ländlichen Raum | Frühe Hilfen

zurück

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen