Drogen- und Sucht­bericht 2017 mit Schwer­punkt Kinder aus sucht­belasteten Familien

23. August 2017

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat den Drogen- und Suchtbericht 2017 vorgestellt. Der Bericht widmet dem Jahresschwerpunkt der Drogenbeauftragten "Kinder aus suchtbelasteten Familien" ein Sonderkapitel.

Mortler: "Suchtpolitik darf nicht bei den Suchtkranken selbst enden. Wir müssen uns viel mehr als bisher um die Kinder suchtkranker Menschen kümmern. Wenn wir die betroffenen Kinder nicht unterstützen, entwickelt ein Drittel von ihnen selbst eine Suchterkrankung und ein weiteres Drittel eine andere psychische Störung. Um Kindern Suchtkranker zu helfen, müssen alle ihre Hausaufgaben machen: Bund, Länder und Kommunen. Wir brauchen funktionierende Netzwerke und klare Ansprechpartner in den Städten und Gemeinden – und das nicht nur punktuell, sondern flächendeckend. Wir müssen die Länder gewinnen, den Aufbau dieser Strukturen finanziell zu unterstützen. Und der Bund muss die Frage beantworten, wie die Sozialsysteme zum Wohle dieser Kinder noch besser zusammmenwirken können."

Der Drogen- und Suchtbericht führt außerdem die aktuellen Zahlen, Daten und Fakten rund um den Drogen- und Suchtmittelkonsum in Deutschland zusammen.

Verharmlosung von Cannabis entgegenwirken
"Besonders erfreulich sind die Trends beim Tabak- und Alkoholkonsum Jugendlicher. Die Bereitschaft Jugendlicher und Heranwachsender Cannabis zu probieren, ist in den vergangenen Jahren dagegen gestiegen. Das ist auch deshalb so problematisch, weil der Wirkstoffgehalt von Cannabis heute etwa fünf Mal so hoch liegt wie noch vor 30 Jahren und deshalb die gesundheitlichen Auswirkungen gerade auf junge Menschen massiv gewachsen sind. Mir ist wichtig, dass wir der interessengetriebenen Verharmlosung von Cannabis in der nächsten Wahlperiode endlich die Fakten entgegensetzen – in den Schulen, in der betrieblichen Suchtprävention, überall da, wo junge Menschen sind. Hierfür werden wir in den kommenden Jahren einen Millionenbetrag in die Hand nehmen müssen", so Mortler.

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Der Drogen- und Suchtbericht 2017 steht als Download auf www.drogenbeauftragte.de zur Verfügung.

Erstmals ist der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung auch als sogenanntes Flipbook erschienen. In dieser multimedialen Version werden Texte und Grafiken durch Video- und Audiodateien ergänzt. Das Flipbook steht ebenfalls auf der Website der Drogenbeauftragten online.

Quelle: Pressemitteilung der Drogenbeauftragten, 18.08.2017

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen