7. August 2017

Nationales Zentrum Frühe Hilfen: Bündnis gegen Schütteltrauma

Bündnis-gegen-Schütteltrauma_Logo Mit einem breiten bundesweiten Bündnis klärt das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) ab Oktober 2017 über die Gefahr des Schüttelns von Säuglingen und Kleinkindern auf. Verbände, Vereine und Einrichtungen aus der Kinderheilkunde, der Gynäkologie, der Rechts- und Allgemeinmedizin, dem Kinderschutz sowie der Kinder- und Jugendhilfe haben bereits ihr Interesse bekundet, dem "Bündnis gegen Schütteltrauma" beizutreten.

Regionale und bundesweite Präventionsmaßnahmen gegen Schütteltrauma vereinen
Das NZFH wird mit dem "Bündnis gegen Schütteltrauma" regionale und bundesweite Präventionsmaßnahmen gegen Schütteltrauma vereinen. Ziel des gemeinsamen Engagements ist es, auf der Basis eines breitangelegten Bündnisses alle Eltern und werdenden Eltern zu erreichen. Es besteht dringender Aufklärungsbedarf zum Schütteltrauma und zum Schreiverhalten von Säuglingen. Dies zeigt eine repräsentative, bundesweite Umfrage des NZFH vom Mai 2017. 42 Prozent der befragten 1.009 Frauen und Männer haben danach noch nie den Begriff Schütteltrauma gehört. 24 Prozent der Befragten unterliegen dem Irrtum, dass Schütteln "vielleicht nicht so schön für ein schreiendes Baby ist, ihm aber auch nicht schadet". Zwei Drittel der Befragten weiß nicht, dass es eine bestimmte Schreiphase im Säuglingsalter gibt.

Nichtakzidentelle Kopfverletzungen, zu denen das Schütteltrauma zählt, sind bei Säuglingen und Kleinkindern die häufigste nicht natürliche Todesursache. Jährlich werden schätzungsweise zwischen 100 und 200 Säuglinge und Kleinkinder mit Schütteltrauma in deutsche Kliniken gebracht. Zwischen 10 und 30 Prozent der geschüttelten Kinder sterben. Zwei Drittel der überlebenden Säuglinge und Kleinkinder leidet lebenslang unter den Folgen des Schüttelns. Sie umfassen Krampfanfälle sowie geistige und körperliche Behinderungen.

Infokampagne zum Schütteltrauma
In Kooperation mit den Bündnispartnerinnen und -partnern wird das NZFH Eltern über die gesundheitlichen Folgen des Schüttelns informieren und ihnen zeigen, wie sie mit einem schreienden Baby umgehen und einen möglichen Kontrollverlust verhindern können. Denn langanhaltendes, unstillbares Babyschreien ist häufig der Auslöser für das Schütteln eines Babys.

Das NZFH wird die Präventionsmaßnahmen in die Aktionen und Maßnahmen der Frühen Hilfen verankern, um die Nachhaltigkeit der Maßnahmen sicherzustellen. Die Frühen Hilfen verfügen über ein flächendeckendes Netzwerk in allen Kommunen Deutschlands.

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Quelle: NZFH, 19.07.2017, www.fruehehilfen.de

Zur Kampagnen-Website: elternsein.info

Übrigens!

Die Medizinische Hochschule Hannover und die Techniker Krankenkasse haben bereits 2004 bis 2008 eine wissenschaftlich begleitete Aufklärungskampagne in drei Phasen über Gründe und Gefahren des Schüttelns bei Säuglingen und Kleinkindern initiiert. Dazu gehörte auch die Website www.schuetteln-ist-lebensgefaehrlich.de, deren Inhalte Sie auf dem Niedersächsischen Kinderschutzportal finden.

Auf www.schuetteln-ist-lebensgefaehrlich.de finden Sie Tipps, was Eltern tun können, wenn das Baby unaufhörlich schreit, und Informationen, welche Folgen Schütteln für ein Baby haben kann. Außerdem gibt es Adressen der Anlaufstellen zur Beratung und Hilfe für Eltern mit Schreibabys

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen