Niedersachsen: Vorläufige Schutz­maßnahmen für Kinder und Jugend­liche 2018

13. Januar 2020

LSN_Landesamt-für-Statistik-Nds_LogoIn Niedersachsen haben die Jugendämter im Jahr 2018 insgesamt 5.288 Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche durchgeführt, was gegenüber dem Vorjahr einen leichten Rückgang bedeutet (2017: 5.321 Inobhutnahmen). Davon war in 870 Fällen bzw. in 17 Prozent eine unbegleitete Einreise Grund für die Inobhutnahme. Dazu berichtet das Statistische Landesamt Niedersachsen in der Ausgabe 12/2019 der Statistischen Monatshefte.

Ein Jahr zuvor waren noch 25,6 Prozent (1.360) der Minderjährigen unbegleitet aus dem Ausland eingereist. Diejenigen 381 Kinder und Jugendliche, die in Niedersachsen unbegleitet eingetroffen sind und für die vorerst keine Verwandten in Deutschland ausfindig gemacht werden konnten, wurden vorläufig nach § 42a SGB VIII in Obhut genommen. Das waren 121 Minderjährige weniger als das Jahr zuvor. Weitere 489 minderjährige Ausländerinnen und Ausländer und damit mehr als die Hälfte weniger als 2017 (858) sind nach unbegleiteter Einreise ggf. im Anschluss an eine vorläufige Maßnahme oder durch Verteilung aus anderen Ländern der Bundesrepublik Deutschland regulär in Obhut der niedersächsischen Jugendämter gekommen.

Etwas mehr als die Hälfte (56 Prozent) aller in Obhut gekommenen Kinder und Jugendlichen waren mindestens 14 Jahre alt (2.974); 44 Prozent (2.314) waren jünger als 14 Jahre. Die meisten der Maßnahmen betrafen Jungen, mit einem Anteil von 53 Prozent (2.815).

Von den 5.288 Maßnahmen wurden 2.530 (48 Prozent) vom Jugendamt bzw. von sozialen Diensten durchgeführt, 1.202 (23 Prozent) Inobhutnahmen wurden auf eigenen Wunsch der Kinder und Jugendlichen vorgenommen und 669 (13 Prozent) von den Eltern bzw. einem Elternteil veranlasst. In 61 Prozent der Fälle (ohne unbegleitete Einreisen) lag eine Gefährdung für das Wohl des Kindes bzw. Jugendlichen vor, die eine Inobhutnahme notwendig machte. Eine Unterbringung erfolgte in circa drei Viertel der Fälle in einer passenden Einrichtung, zu 19 Prozent bei geeigneten Pflegepersonen und zu 7 Prozent in sonstigen Wohnformen.

Die Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils war 2018 die häufigste Ursache für eine Inobhutnahme mit 38 Prozent. Neben sonstigen Problemen (31 Prozent der Fälle) waren die unbegleiteten Einreisen aus dem Ausland (17 Prozent) und Anzeichen für körperliche bzw. psychische Misshandlungen (13 Prozent) weitere Gründe für Inobhutnahmen durch die niedersächsischen Jugendämter.

Innerhalb von 2 Tagen endeten für 935 der Kinder und Jugendlichen die Inobhutnahmen, für weitere 1.554 innerhalb von 3 bis 14 Tagen. Insgesamt 2.799 der Kinder und Jugendlichen wurden länger als zwei Wochen in den Schutz der Jugendämter gestellt.

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Weitere Informationen dazu sowie ausführliche Tabellen stehen im Statistischen Monatsheft 12/2019 auf der Website des Landesamt fürStatistik Niedersachsen als Download zur Verfügung.

Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen: Statistische Monatshefte Niedersachsen 12/2019, S. 689 ff.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen