Missbrauchsbeauftragter ruft Betroffene zur Mitarbeit in neuem Betroffenenrat auf

28. Oktober 2014

Betroffene von sexuellem Kindesmissbrauch können die Arbeit des Missbrauchsbeauftragten künftig kontinuierlich begleiten und sich daran beteiligen. Hierfür wird ein Betroffenenrat auf Bundesebene eingerichtet. Damit wird die im aktuellen Koalitionsvertrag vorgesehene Beteiligung von Betroffenen umgesetzt. Die Sicherstellung einer verbindlichen und strukturierten Beteiligung von Betroffenen auf Bundesebene war stets eine der zentralen Forderungen des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig.

Der Betroffenenrat soll bis zu 15 Mitglieder umfassen. Bei der Zusammensetzung der Mitglieder gilt es zu berücksichtigen, dass Missbrauch überall und in allen gesellschaftlichen Schichten stattfindet, beispielsweise in der Familie, in Institutionen und Vereinen, im Rahmen organisierter Gewalt, mittels digitaler Medien oder durch Fremdtäter und Fremdtäterinnen. Ein Auswahlgremium aus vier vom Deutschen Bundestag benannten Persönlichkeiten wird gemeinsam mit dem Unabhängigen Beauftragten die künftigen Mitglieder des Betroffenenrats benennen. Ihre Berufung erfolgt durch den Unabhängigen Beauftragten und endet mit seiner Amtszeit zum 31. März 2019.

Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft sind insbesondere das Interesse an kontinuierlicher Mitarbeit im Betroffenenrat, die Bereitschaft und Fähigkeit, sich für Belange von Betroffenen insgesamt und für das gesamte Themenfeld des sexuellen Kindesmissbrauchs einzusetzen sowie die Bereitschaft zum Ehrenamt (bei Erstattung von Reisekosten und Sitzungsentschädigung) und zur Anerkennung von Regelungen einer Geschäftsordnung. Das Mindestalter für die Mitgliedschaft beträgt 18 Jahre.

Das Auswahlgremium besteht neben dem Unabhängigen Beauftragten aus vier Mitgliedern, die aus dem Deutschen Bundestag fraktionsübergreifend vorgeschlagen wurden: Prof. Dr. Sabine Andresen (Goethe-Universität Frankfurt am Main), Dr. Heide-Rose Brückner (Kinderfreundliche Kommunen e.V.), Marlene Rupprecht (Mitglied des Deutschen Bundestages 1996-2013) und Julia von Weiler (Innocence in Danger e.V.).

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Bewerbungsschluss ist am 21. November 2014. Ein Bewerbungsbogen sowie weitere Informationen zum Verfahren und dem Auswahlgremium können unter www.beauftragter-missbrauch.de abgerufen werden.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen