Kranke Logopädin darf keine Kinder therapieren

Eine vermutlich psychisch kranke Logopädin darf keine Kinder therapieren. Bis zur endgültigen Feststellung der Rechtmäßigkeit eines Berufsverbots seitens des niedersächsischen Landesamts für Soziales darf die Logopädin nur unter Auflagen in ihrem Beruf arbeiten.

Aufgrund mehrerer Beschwerden im Zusammenhang mit der Behandlung von Kindern hatte das Landesamt die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung "Logopädin" widerrufen. Die Logopädin sei gesundheitlich nicht mehr in der Lage, diese Tätigkeit auszuüben, da sie mutmaßlich an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung (Psychose) leide.

Im Dezember 2009 begründete das OVG Lüneburg das vorläufig lediglich eingeschränkte Berufsverbot damit, dass kleine Kinder das krankheitsbedingte "unwirsche" Verhalten nicht verstehen und bewerten könnten. Die veränderten Verhaltensweisen der zuvor sehr qualifiziert arbeitenden Logopädin hätten sich negativ auf das Therapieverhältnis und die seelische Gesundheit vor allem von Vorschulkindern ausgewirkt. Bei Wiederaufnahme der Berufstätigkeit bestünde die konkrete Gefahr von gesundheitlichen Schäden für die kindlichen Patientinnen und Patienten.

Jugendliche und Erwachsene dagegen seien besser in der Lage, psychische Auffälligkeiten zu erkennen und angemessen zu reagieren, insbesondere die Behandlung abzubrechen. Hinsichtlich deren Behandlung bestünden keine Bedenken. Es erscheine deshalb verantwortbar, dass die Logopädin in diesem eingeschränkten Umfang weiterhin erwerbstätig sein könne.

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Die ausführliche Entscheidung zu diesem Fall (8 ME 196/09) steht auf der Website des Niedersächsischen Landesjustizportals zur Verfügung.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen