Kinder- und Jugendministerin besucht Kinderschutz-Zentrum Hannover

4. Juni 2020

Seit vergangener Woche ist das Kinderschutz-Zentrum Hannover - unter Auflage von Hygieneregeln - wieder geöffnet. Am 3. Juni besuchte Kinder- und Jugendministerin Carola Reimann das Zentrum und machte sich ein Bild von der Lage. Wie bei allen Beratungseinrichtungen mussten die Expertinnen und Experten seit Ausbruch von Covid-19 auf einen direkten Kontakt mit Klientinnen und Klienten verzichten. "Trotz Corona sind die Beratungsangebote gut erreichbar, das ist mir besonders wichtig. Bereits zu Beginn wurden, wie hier in Hannover, die telefonischen Beratungszeiten teilweise sogar verdoppelt", so Dr. Carola Reimann. "Ich finde es beeindruckend und bin den Fachkräften vor Ort sehr dankbar, wie schnell sie auf die neue Situation reagiert und neue Kommunikationswege wie etwa eine Videoberatung entwickelt haben."

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Fotos: © Niedersächsisches Sozialministerium | Ministerin Dr. Carola Reimann, Johannes Schmidt und Antje Möllmann (DKSB Landesverband Niedersachsen) sowie Dirk Schröder (Niedersächsisches Sozialministerium) | Beratung unter Auflage von Hygieneregeln im Kinderschutz-Zentrum wieder möglich

Zu Hause lernen, zu Hause spielen - für viele Kinder und Jugendliche ist das Alltag in Zeiten der Corona-Pandemie. Trotz schrittweiser Öffnung von Freizeit- und Bildungsangeboten ist die aktuelle Lage für sie und ihre Eltern eine große Herausforderung, unterstreicht Dr. Carola Reimann: "Wenn alle viel zu Hause sind, können Auseinandersetzungen und Krisen in Familien zunehmen. Gerade in Zeiten von Corona müssen wir Kindern und Jugendlichen noch mehr als sonst mit ihren Problemen und Sorgen helfen. Wir müssen alle im Blick haben und dafür sorgen, dass sie bei Bedarf Hilfe und Gehör für ihre Sorgen finden."

Mit der Schließung von Kitas, Schulen, dem Abbruch von Kontakten zu Großeltern, Tagesmüttern und Gleichaltrigen haben Kinder und Jugendliche von einem auf den anderen Tag ihre vertrauten Bezugspersonen verloren. Je nach Alter, allgemeiner Familiensituation und sonstigen Belastungen kann dies bei Kindern und Jugendlichen große Ängste, Sorgen und Verzweiflung auslösen. "Deswegen ist es unverzichtbar, gerade auch in kontaktarmen Zeiten mit den Kindern, Jugendlichen und auch ihren Eltern im Austausch zu bleiben", betont die Ministerin.

Beratungsbedarf gestiegen
Der Bedarf ist vorhanden. Das zeigen die gestiegenen Zahlen der Nummer gegen Kummer. In 2019 nutzten über 120.000 Ratsuchende das Online- und Telefonangebot - ein Anstieg um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit Februar sind die Zahlen bis April beim Kinder- und Jugendtelefon um rund 6 Prozent, beim Elterntelefon bundesweit um 55 Prozent gestiegen.

"Wie hoch der Druck bei Eltern, aber auch die Fragen und Ängste bei Kindern und Jugendlichen sind, belegen diese Zahlen. Ich bin sehr dankbar, dass Sie hier in Hannover und an vielen anderen Standorten der Nummer gegen Kummer sowie bei den vielen Beratungseinrichtungen ein Gehör für Kinder und Jugendliche haben", so Dr. Carola Reimann.

Online-Fortbildung von Fachkräften
Das Kinderschutz-Zentrum Hannover sowie die drei weiteren mit Landesmitteln geförderten Kinderschutz-Zentren in Nordostniedersachsen, Oldenburg und Osnabrück sind ebenso bei der Fortbildung und Qualifizierung von Fachkräften überregional und landesweit aktiv. Nachdem aufgrund der Corona-Pandemie Veranstaltungen abgesagt werden mussten, stellte das Kinderschutz-Zentrum sein Fortbildungsprogramm auf Fortbildungen über das Internet, so genannte Webinare, um.

Kinder- und Jugendministerin Carola Reimann resümiert: "Ich bedanke mich bei den haupt- und ehrenamtlich beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kinderschutz-Zentrums Hannover, stellvertretend auch für alle anderen Einrichtungen, für ihr großartiges Engagement! Ich bin sehr beeindruckt, wie professionell und schnell neue Lösungen entwickelt wurden."

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Weitere Serviceinformationen
Infokärtchen_320px
Um Kinder noch besser zu schützen und die Bevölkerung für den Kinderschutz zu sensibilisieren, hat das Niedersächsische Sozialministerium in 2019 die Informationsoffensive "Kinderschutz geht alle an!" gestartet.

Infokarten für Kinder mit der Nummer gegen Kummer und Angaben zu Hilfsangeboten, Postkarten für Erwachsene, Werbefolder für die Website www.kinderschutz-niedersachsen.de und weitere Informationsmaterialien wurden aufgelegt. Sie stehen zur kostenfreien Bestellung (poststelle@ms.niedersachsen.de) zur Verfügung.

Nummer gegen Kummer
Die Nummer gegen Kummer hat bundesweit insgesamt 76 Standorte für ein Kinder- und Jugendtelefon, 37 Elterntelefone sowie weitere Onlineangebote. In Niedersachsen gibt es insgesamt 10 Kinder- und Jugendtelefone sowie 4 Elterntelefone.

Die Nummer gegen Kummer ist telefonisch unter 116 110 sowie online unter www.nummergegenkummer.de erreichbar.

Zahlreiche Angebote für Kinder und Jugendliche in Not sind zudem auf der Seite www.kinderschutz-niedersachsen.de aufgelistet.

Niedersächsisches Sozialministerium, 03.04.2020

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Familien in Niedersachsen