Andere Kulturen verstehen - und im Dialog frühzeitig Werte wie Gleichberechtigung der Geschlechter oder sexuelle Selbstbestimmung vermitteln

11. März 2016

Die Landesstelle Jugendschutz hat anlässlich des Weltfrauentages am 8. März 2016 einen Gesprächsnachmittag mit Fachfrauen für Pädagogik und Erziehung aus unterschiedlichen Kulturen organisiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Rechte von Mädchen und Frauen bereits frühzeitig in Familien verankert werden können - auch wenn diese aus anderen Kulturkreisen kommen. "Wir möchten versuchen, andere Kulturen zu verstehen - um auf dieser Basis der oft systematischen Entwertung von Frauen professionell begegnen zu können", hielt LJS-Leiterin Andrea Urban einleitend fest. Damit knüpft die LJS an die "Hannoversche Erklärung" für Gleichstellung an, die Ministerin Cornelia Rundt am 8. März gemeinsam mit Migrantenverbänden und dem Landesfrauenrat unterzeichnet hatte.

Elterntalk-Niedersachsen_LogoVerbunden damit wurde diskutiert, welche Rolle die Angebote des Jugendschutzes für die Gestaltung einer toleranten und weltoffenen Gesellschaft einnehmen - und wie sich das LJS-Angebot Elterntalk für den interkulturellen Austausch nutzen lässt. "Für den Jugendschutz ist das Thema Gleichberechtigung zentral, weil das Bewusstsein für Geschlechtsrollen und Rechte frühzeitig in der Kindheit und Jugend angelegt wird", konstatierte Andrea Buskotte von der LJS.

Bildungsangebote und frühzeitige Prävention
Die Expertinnen waren sich darin einig, dass zumindest in westlichen Gesellschaften Bildungsangebote für Familien ein wichtiger Weg seien, um über die Rechte von Frauen ins Gespräch zu kommen. LJS-Leiterin Andrea Urban sieht das als Bestätigung der LJS-Angebote für Familien mit Migrationshintergrund: "Da haben wir im Rahmen von Elterntalk schon Ideen. Anknüpfend an Erziehungsfragen soll zukünftig auch über Gleichberechtigung der Geschlechter und die sexuelle Selbstbestimmung von Kindesalter an getalkt werden", hielt sie fest. Wie die Teilnehmerinnen in anschließenden Gruppengesprächen festhielten, geht es zukünftig u.a. darum, frühzeitig im Rahmen von Elternarbeit Informationen zu einem freien und gleichberechtigten Aufwachsen zu vermitteln. Um gute Präventionsarbeit zu leisten, ist zum zweiten die interkulturelle Kompetenz der Fachkräfte in Kindergarten, Schule und Jugendarbeit zentral.

Ein Vermitteln moderner, aufgeklärter Haltungen und Werte und Rollenvorbilder ist nur im Dialog möglich, so ein Fazit aus den Arbeitsgruppen. Das LJS-Angebot Elterntalk wurde in diesem Rahmen als hilfreiches Passepartout für viele Fragestellungen rund um das Thema Erziehung und Gleichberechtigung bewertet.

zurück

Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen, 09.03.2016

Mehr zum Thema

zurück

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen