Studie

Anonyme Geburt und Babyklappen in Deutschland

Anonyme-Geburt-und-Babyklappen_CoverDas DJI hat von 2009 bis 2011eine bundesweite Erhebung bei Trägern und Jugendämtern zu den Angeboten der anonymen Kindesabgabe und deren Inanspruchnahme durchgeführt. Die vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene Studie zeigt, wie unterschiedlich die Motive von Frauen sind, die eine Babyklappe oder das Angebot einer anonymen Geburt nutzen.

Mit der Untersuchung wurden erstmals grundlegende Informationen zur Häufigkeit, der momentan gängigen Praxis der Betreibung von Babyklappen und der Durchführung anonymer Geburten erfasst. Außerdem wurden die bisher gemachten Erfahrungen der Jugendämter, der Betreiber und der Nutzerinnen einbezogen.

Laut Studie sind die Gründe für eine anonyme Geburt so verschieden wie die jeweilige Hintergrundsituation der Frauen. Oft liegt ein ganzes Bündel von Problemen und Motiven zu Grunde. Gemeinsam ist allen Betroffenen jedoch eine akute psychische und physische Überforderung und ein subjektiv empfundener Druck durch die Familie und den Partner.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Sowohl die Frauen als auch andere an der anonymen Kindesabgabe Beteiligte sind verunsichert, wie sie sich rechtssicher zu verhalten haben.
  • Es gibt eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Verfahrensabläufe etwa zur Meldung und Vormundschaft des Kindes oder zur Beratung der Mutter.
  • Erst durch die unbedingte Zusage von Anonymität sind betroffene Frauen in der Lage, die Hilfeangebote anzunehmen.
  • Die Frauen wollen vor allem ihrer Familie, Behörden und Arbeitgebern gegenüber ihre Schwangerschaft verheimlichen. Weniger wichtig ist es ihnen, dem Kind gegenüber ein Leben lang unbekannt zu bleiben.
  • Ergebnisse bestätigen das Erfordernis einer gesetzlichen Regelung

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Deutsches Jugendinstitut:
Anonyme Geburt und Babyklappen in Deutschland. Fallzahlen, Angebote, Kontexte
München, 2011
361 Seiten

Die Studie ist auf der Website des DJI als Download abrufbar.

Unter www.dji.de/Projekt_Babyklappen stehen außerdem weitere Informationen zum Studien-Projekt zur Verfügung.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen