Unterstützung für Care Leaver in Zeiten von Corona: erweiterte Online-Beratung und Notfallfonds

6. April 2020

CareLeaver_LogoDer Careleaver e.V. und die Universität Hildesheim bieten Unterstützungsmöglichkeiten für Care Leaver an, die aufgrund der aktuellen Situation in eine Notlage geraten sind (Arbeitsplatzverlust, Finanzengpässe etc.) und nun auf der Suche nach Rat und Hilfeleistungen sind. Dazu wird das Onlineberatungsangebot CareHOPe (Care Leaver an Hochschulen Online Peerberatung) bis zum 19. April 2020 erweitert. Außerdem ist ein Notfallfonds im Aufbau.

Erweiterte Online-Beratung für Care Leaver
CareHope_LogoDer Careleaver e.V. und die Universität Hildesheim möchten auf die verschiedenen Schwierigkeiten der aktuellen Situation reagieren und bieten Unterstützung für Care Leaver über die Online-Beratungsstelle "CareHOPe – Care Leaver an Hochschulen Online-Peerberatung".

Viele Menschen haben unterschiedliche Schwierigkeiten mit den derzeitigen Veränderungen in Deutschland, aber manche Fragen betreffen besonders die spezifische Lebenssituation von Care Leavern (jungen Menschen aus der stationären Jugendhilfe):

  • Wie geht es jetzt mit meiner Ausbildung weiter?
  • Was ist mit den Prüfungen, die demnächst eigentlich anstehen?
  • Wie kann ich meine finanzielle Situation regeln?
  • Kann ich mein FSJ weiterführen/verlängern?

Wen diese und weitere Fragen beschäftigen oder wer sich einfach mit anderen austauschen möchte, kann sich an die Online-Beratungsstelle www.jugend-hilfe-studiert.de wenden – auch mit Anfragen ohne Bezug zum Studium. Das Angebot steht bis zum 19. April 2020 erweitert zur Verfügung. Aufgrund der aktuellen Lage werden Anfragen so schnell wie möglich innerhalb von 2 Tagen beantwortet. Falls die Beratung zwischenzeitlich bei einer hohen Nachfrage nicht abgedeckt werden kann, werden dazu Informationen auf der Webseite veröffentlicht.

Notfallfonds im Aufbau
Junge Menschen, die in der stationären Jugendhilfe (Wohngruppen, Pflegefamilien etc.) aufgewachsen sind (sog. Care Leaver), sind nicht selten von finanziellen Problemlagen betroffen. Durch die Kostenheranziehung (§§ 92, 93, 94 SGB VIII) konnten sie während der Jugendhilfe kaum bzw. kein Geld für die Zeit nach der Hilfe ansparen. Zudem können sie durch den fehlenden oder schlechten Kontakt zu ihren Eltern selten auf ihre finanzielle Unterstützung setzen. Durch Minijobs versuchen Care Leaver daher oft, ihren Lebensunterhalt (Miete, Lebensmittelkosten etc.) zu bestreiten. Diesen Jobs können sie aktuell in Zeiten von Corona nur in begrenztem Umfang oder gar nicht nachkommen. Sie geraten daher in finanzielle Notlagen.

Der Careleaver e.V., die einzige Selbstorganisation für Care Leaver in Deutschland, wird daher einen Notfallfonds für diese jungen Menschen einrichten. Ab sofort werden Zweckgebundene Spenden für diesen Notfallfonds angenommen.

Weitere Angebote für Care Leaver

Es gibt noch weitere Initiativen für Care Leaver. So nutzt der Careleaver e.V. seine Netzwerke und Gruppen intensiv, um Care Leaver zusammenzubringen und Unterstützung zu mobilisieren:

"Bist du Care Leaver und gerade auf Grund der aktuellen Situation in (finanziellen) Schwierigkeiten? Suchst du anderweitig Unterstützung oder möchtest dich regelmäßig mit anderen Care Leavern über soziale Netzwerke austauschen, weil du gerade persönliche Kontakte auf das Minimalste reduzieren musst? Dann schließ dich gerne dem Careleaver e.V. (www.careleaver.de) vorrübergehend oder dauerhaft an (keine Mitgliedschaft nötig). Gemeinsam finden wir eine Lösung für dein Problem und bieten dir eine Plattform, dich mit anderen Care Leavern auszutauschen."

Kontakt zum Careleaver e.V.
info@careleaver.de
SMS/WhatsApp: (0151) 541 604 76

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Quelle: Universität Hildesheim und Careleaver e.V., 23.03.2020

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