Zentralen Frühe Hilfen - Beratungs­stellen in Bad Gandersheim und Wilhelmshaven eröffnet

16. Februar 2017

Eine gut erreichbare Anlaufstelle für Frauen, Schwangere, Mütter und Kinder in schwierigen Lebenssituationen, die vertrauensvoll berät und vielfältige Unterstützung vermittelt – das sollen die "Zentralen Frühe Hilfen" leisten, die mit Förderung der niedersächsischen Landesregierung in den kommenden drei Jahren modellhaft in den Landkreisen Verden und Northeim sowie in der Stadt Wilhelmshaven erprobt werden. Am 14. und 15. Februar 2017 wurden im Haus der Diakonie in Bad Gandersheim und auf dem Gelände der Klinik Wilhelmshaven zwei der drei "Zentralen Frühe Hilfen" offiziell eröffnet.

Landkreis Northeim: Fokus auf Flüchtlingsfamilien
Der Landkreis Northeim hat sich dafür entschieden, das Gesundheits- und Beratungszentrum vornehmlich auf die Bedürfnisse von geflüchteten Frauen, Müttern und Kindern auszurichten. "Wir möchten einen Zugang schaffen, der auf der vertrauensvollen Basis eines Gesprächs auf Augenhöhe beruht. Gerade durch die Angebote der Frühen Hilfen erreichen wir Familien in diesen ganz persönlichen Situationen und können auch auf besondere psychosoziale und emotionale Probleme eingehen", sagte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel während der Eröffnung in der Stiftsfreiheit 14.

Zentrale-Frühe-Hilfen_Bad-Gandersheim_Eröffnung1_2017-02Die hannoversche Stiftung Eine Chance für Kinder hat dafür das Konzept entwickelt und die Projektleitung übernommen. Die Zentrale wird geleitet von der Familien- Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Marion Mang. Als zweite Fachkraft aus dem Gesundheitswesen übernimmt die Hebamme Miora Collier die Betreuung der schwangeren Frauen und bei Bedarf die Nachsorge. Insgesamt stehen für beide Fachkräfte zwölf Stunden pro Woche zur Verfügung. Montags und dienstags können Frauen und Müttern jeweils für zwei Stunden zur Sprechstunde in das Haus der Diakonie kommen. Die restliche Arbeitszeit verwenden Mang und Collier für Hausbesuche und vertrauliche Beratungsgespräche.

Foto: Stiftung Eine Chance für Kinder | Familienhebamme Marion Mang betreut Roza und ihre Kinder Hermela und Noah

Stadt Wilhelmshaven: Angebot weiter ausbauen
In Wilhelmshaven ist die Wilhelmshavener Kinderhilfe WiKi Träger der Zentrale Frühe Hilfen. Angesiedelt ist die Beratungsstelle für Schwangere, Mütter und Familien im Elke-Walter-Haus in Nachbarschaft des Klinikums - Ein niedrigschwelliges Hilfsangebot bei medizinischen und sozialen Problemen, wie WiKi-Geschäftsführerin Dr. Eva Maria Haarmann bei der Eröffnung vor zahlreichen Gästen aus dem Sozialbereich der Stadt erläuterte.

Zentrale-Frühe-Hilfen_Wilhelmshaven"Wir freuen uns, gemeinsam mit der WiKi gGmbH das Projekt Zentrale Frühe Hilfen in den nächsten drei Jahren umsetzen zu können. Durch das neue Angebot sind die Fachkräfte Frühe Hilfen (Familienhebammen) werktäglich im Elke-Walter-Haus zu erreichen. Damit ist die niedrigschwellige Erreichbarkeit für Eltern und kleine Kinder ideal gegeben. Mit dem Projekt wird das bisherige Angebot in Wilhelmshaven verbessert und noch weiter ausgebaut", unterstrich Oberbürgermeister Andreas Wagner bereits im Dezember beim Start des Modellprojekts.

Modellprojekt mit Vorbildfunktion
Mit den "Zentralen Frühe Hilfen" will die Landesregierung das Angebot in der Gesundheitshilfe für Familien, insbesondere auch für Schutz suchende Frauen und Kinder, ausbauen. Erprobt wird das Konzept modellhaft in einem Zeitraum von drei Jahren in den Landkreisen Northeim, Verden und der Stadt Wilhelmshaven. Die Zentralen sind mit einer Familienhebamme bzw. Fachkraft Früher Hilfen besetzt und bündeln vor Ort die Hilfen bei physischen, psychomotorischen und sozialmedizinischen Fragen und Problemen der Frauen, Eltern und Kinder. Einfache Behandlungen werden direkt vom Fachpersonal ausgeführt. Die beteiligte Kommune stellt die Räumlichkeiten bereit und gewährleistet, dass das Projekt auf Basis einer engen Kooperation von Gesundheits- und Jugendamt umgesetzt werden kann.

Insgesamt fördert das Land das Modellprojekt mit 470.000 Euro. Das Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung GmbH an der Universität Hannover ist mit der Evaluation des Vorhabens beauftragt und wird die Umsetzung von Beginn an begleiten. Eng eingebunden in das Modellprojekt ist auch die Stiftung "Eine Chance für Kinder".

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Zentralen Frühe Hilfen | Gesundheitshilfe

Detaillierte Informationen zur Zentrale Frühe Hilfen in Bad Gandersheim sind nachzulesen in der Pressemitteilung der Stiftung Eine Chance für Kinder vom 14.02.2017

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen