Neue Beratungsstelle zum Thema Fetales Alkoholsyndrom

30. März 2015

FAS-Beratungsstelle_LogoFetales Alkoholsyndrom (FAS) ist in Deutschland weit verbreitet. Mit seinen multiplen, körperlichen, geistigen und sozialen Folgen stellt es viele Eltern, Pflegeeltern und auch Fachkräfte vor schwierige Probleme. Dennoch ist FAS in vielen Bereichen noch wenig oder gar nicht bekannt. Das Eylarduswerk hat seit über 10 Jahren Erfahrungen in der Diagnostik und Alltagsgestaltung mit Kindern gesammelt, die durch den Alkoholkonsum ihrer Mütter in der Schwangerschaft mehr oder minder schwer in ihrer Entwicklung beeinträchtigt bzw. geschädigt sind. Seit Februar 2015 gibt es nun auch eine FAS Beratungsstelle für Betroffene und Institutionen. Die neue Beratungsstelle will vor allem durch Diagnostik, Aufklärung, Fortbildungen und Prävention zu einem fachgerechten Umgang mit FAS Kindern in (Pflege-)Familien, Einrichtungen der Erziehungshilfe und Schulen beitragen.

Angeboten werden derzeit:

  • Beratung und Information für Menschen, die von FAS betroffen sind
  • Erst-Diagnostik von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit FAS
  • Informationen über Hilfen im Alltag, in der Schule und der beruflichen Entwicklung
  • Informationen zu sozialrechtlichen Fragen
  • Weiterentwicklung von pädagogischen und therapeutischen Hilfen für Kinder und Jugendliche mit FAS

In Planung sind außerdem:

  • Psychoedukative Gruppen zum Thema FAS
  • Beratung und Fortbildung für Eltern, Adoptiv- und Pflegeeltern, Jugendämter, Pflegekinderdienste, Kindertagesstätten, Fachkräfte etc.
  • Aufbau von Netzwerken zum Thema FAS
  • Angebote zur Prävention von FAS
  • Unterstützung von praxisorientierten Forschungsvorhaben

Hintergrund
Konsumiert eine Frau in der Schwangerschaft Alkohol, wirkt sich das schädigend auf das Baby im Mutterleib aus, insbesondere auf bestehende und sich bildendende Zellen des Embryos. Der Alkoholkonsum schädigt die Organbildung, das körperliche Wachstum und das zentrale Nervensystem. Organe werden nicht vollständig ausgebildet oder wachsen nicht normal. Es kommt zu körperlichen und geistigen Fehlbildungen, die nicht heilbar sind.

Um den betroffenen Kindern eine möglichst positive Entwicklung zu ermöglichen, ist eine frühzeitige Diagnose und Förderung notwendig. Beeinträchtigungen im Denken, der Wahrnehmung, der Handlungsplanung und der Regulation der Gefühle begleiten die Betroffenen ihr Leben lang.

Der Aufklärung und Prävention kommen beim Fetalen Alkoholsyndrom eine besondere Bedeutung zu. Bereits geringe Mengen Alkohol schädigen das ungeborene Kind - dies ist durch einen Verzicht auf Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zu 100 Prozent vermeidbar.

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Kontakt:

FAS-Beratungsstelle
Eylarduswerk
Leitung Klaus ter Horst
Teichkamp 34
48455 Bad Bentheim-Gildehaus

montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr
T (05924) 78 12 30
fas@eylarduswerk.de
www.fas-beratungsstelle.de

Die Beratung erfolgt nach Terminabsprache. Eine Erstberatung ist kostenfrei. Langfriste Beratung in Absprache mit dem örtlich zuständigen Jugendamt.

Weitere Informationen im Flyer auf der Website des Eyladuswerks

Quelle: Newsletter Eylarduswerk 17/2015

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen