Ministerin Reimann besucht Kinderschutz-Zentrum Osnabrück und Beratungsstelle im Bereich Gewalt gegen Kinder und Jugend­liche

3. September 2020

Im Rahmen ihrer Sommerreise hat Ministerin Dr. Carola Reimann am 20. August das Kinderschutz-Zentrum in Osnabrück und die Beratungsstelle im Bereich Gewalt gegen Kinder und Jugendliche besucht. Vor Ort informierte sie sich über die aktuellen Herausforderungen für den Kinderschutz und die alltägliche Beratungspraxis.

Kinderschutz-Zentrum-Osnabrück_Havekost_Reimann_08-20_320px"Aufgrund der Pandemie waren die persönlichen Kontakte mit den Klientinnen und Klienten in den letzten Monaten nur sehr eingeschränkt möglich, sodass hier kreative Lösungen gefunden werden mussten. Mittlerweile kann persönliche Beratung wieder stattfinden und das ist auch gut so! Es ist ausgesprochen wichtig, Kindern und Eltern in Krisensituationen schnelle Unterstützung und konkrete Hilfe anbieten zu können. Dafür sind Einrichtungen wie das Kinderschutzzentrum in Osnabrück unverzichtbar," so die Ministerin. "Ich bin den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr dankbar für ihren großen Einsatz unter schwierigen Bedingungen!"

Anell Havekost, Leiterin der Einrichtung: "Corona hat dazu geführt, dass unsere Fallzahlen um etwa 40 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres gesunken sind. Zu Beginn der Coronazeit waren unsere Beratungskontakte stark eingeschränkt. Klientenkontakte waren nur telefonisch oder per Mail möglich. Die Beratungsanfragen waren zurückhaltend. Durch den Lockdown und das Fehlen der wichtigen "Mittler-Personen" in Kitas, Schulen und Jugendzentren konnten sich Kinder und Jugendliche nicht oder deutlich weniger mitteilen oder anvertrauen. Das hat sich nach der Wieder-Öffnung der Jugendzentren und kurz vor den Sommerferien deutlich geändert und wir gehen davon aus, dass das auch jetzt mit dem Schulbeginn so sein wird. Die Beratungsanfragen erreichen uns sehr verdichtet und die Problemlagen sind komplex", so die Psychologin. "Uns ist dadurch noch einmal sehr bewusst geworden, wie bedeutsam die Mittler-Personen für unsere Arbeit und für den Kinderschutz sind – damit wir die Familien bzw. die Familien uns überhaupt erreichen können."

Kreative Lösungen gegen pandemiebedingte Einschränkungen
Während der letzten Monate hat das Team der Beratungsstelle neben den telefonischen Kontakten vor allem die so genannten "Draußen-Kontakte" kultiviert. Das "walk and talk"-Angebot ließ sich durch das Sommer-Wetter wunderbar umsetzen.

Parallel wurde technisch weiter ausgestattet, um nicht nur Kontakte zu Fachkräften, sondern auch zu Klientinnen und Klienten datengeschützt wie digital gestalten zu können. Nach bisheriger Erfahrung wird dies, so Anell Havekost, von den Eltern eher zögerlich genutzt. Jugendliche zeigen sich aufgeschlossener und haben einen selbstverständlicheren Umgang, der ihnen Sicherheit verschafft im "digitalen Kontakt".

Das Wieder-Hochfahren der Klienten-Kontakte unter Beachtung der Hygieneregeln erfordert ein anderes Zeitmanagement und eine andere Nutzung der Räume – im Beratungsalltag macht sich das als höherer Aufwand bemerkbar.

Online-Fortbildungen und Online-Kurse
Neben der Beratungsstelle gehören zu den Angeboten des Kinderschutz-Zentrums die Unterstützung für Kinder psychisch kranker Eltern, die Frühen Hilfen sowie die Fachberatung, Vernetzung und Fortbildung von Fachkräften im Kinderschutz im südlichen Weser-Ems-Gebiet.

In 2019 sind im südlichen Weser-Ems-Gebiet neben telefonischer Beratung und Netzwerkaktivitäten insgesamt 23 Einrichtungen beraten worden, 12 Fortbildungen zum Kinderschutz konzipiert und ausgeschrieben, 28 Teamfortbildungen durchgeführt und 1 großer Fachkongress organisiert worden. Auch in 2020 konnte noch ein großer Fachtag Ende Februar vor Ort umgesetzt werden. Andere geplante Veranstaltung mussten allerdings abgesagt werden. Inzwischen bietet das Kinderschutz-Zentrum neben Präsenzveranstaltungen auch Online-Fortbildungen und Online-Kurse an.

Hintergrund

Landesweit werden insgesamt 21 Beratungsstellen im Bereich Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gefördert. Hierbei handelt es sich um sehr etablierte Hilfestrukturen, die für von Gewalt betroffenen Kinder und Jugendliche eine zentrale Unterstützungs- und Anlaufstelle sind.

In Niedersachsen gibt es aktuell 4 mit Landesmitteln geförderte Kinderschutz-Zentren. Die Einrichtung des DKSB Osnabrück e.V. ist 2014 der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren beigetreten und trägt seitdem den Titel Kinderschutz-Zentrum. Seit 2018 fördert das Land Niederachsen die überregionale Ausweitung des Kinderschutz-Zentrums Osnabrück auf das südliche Weser-Ems-Gebiet.

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Foto: Anell Havekost, Kinderschutz-Zentrum Osnabrück, und Ministerin Dr. Carola Reimann
© Niedersächsisches Sozialministerium

Kontakt

Kinderschutz-Zentrum Osnabrück
Deutscher Kinderschutzbund Osnabrück e.V.
Goethering 3-5
49074 Osnabrück
T (0541) 330 36 10
info@kinderschutzbund-osnabrueck.de
www.kinderschutzbund-osnabrueck.de
Flyer zu den Angeboten

Übrigens! Die Kontaktdaten für die Beratungsstellen und die Kinderschutz-Zentren in Niedersachsen sind in unserer Adressdatenbank gelistet.

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