Erklärvideo zu sexualisierter Gewalt in organi­sierten und rituellen Gewalt­strukturen

20. Januar 2020

Sexualisierte Gewalt in rituellen und organisierten Gewaltstrukturen ist ein sehr komplexes Thema und wird von Strafverfolgungsbehörden, Hilfestrukturen und Politik unterschiedlich bewertet und in den Medien kontrovers diskutiert. Wissenschaftlich ist das Thema noch nicht ausreichend untersucht. Demgegenüber stehen jedoch viele Berichte von Betroffenen und professionellen Unterstützenden sowie Befragungen und Fachliteratur, die eine hohe Relevanz in der Praxis aufzeigen. Diese Diskrepanz führt in der Öffentlichkeit sowie im fachlichen Diskurs oftmals zu Verständigungsproblemen und Uneinigkeiten. Dabei beschreibt auch die nicht unerhebliche Zahl der beim Fonds sexueller Missbrauch gestellten Anträge von Betroffenen eindringlich die Notlage: Für Menschen mit diesen Erfahrungen ist es oft besonders schwer, Schutz und angemessene Unterstützung zu erhalten und gehört zu werden. Denn die Taten sind schwer zu beweisen und oftmals unfassbar.

Erklärvideo-sexualisierte-rituelle-Gewalt_screenshotDie Kinderschutz-Zentren und ECPAT haben daher mit fachlicher Begleitung ein Erklärvideo zu sexualisierter Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen erstellt - Damit soll die Problematik sichtbar gemacht und für den bestehenden Handlungsbedarf sensibilisiert werden. Das Video wendet sich an eine breite Fachöffentlichkeit aus den Bereichen Politik, Justiz, Polizei, Verwaltung, Pädagogik, Jugendhilfe, dem Gesundheitswesen und weiteren Hilfestrukturen und hat zum Ziel Vorbehalte abzubauen, über die Zusammenhänge angemessen aufzuklären und die strukturellen Schwierigkeiten für Behörden und Fachpersonal aufzuzeigen.

Das Video steht auf www.kinderschutz-zentren.org/organisierte-rituelle-gewalt und auf
www.ecpat.de/organisierte-rituelle-gewalt zur Verfügung.

Bereits 2016 wurde ein Fachkreis beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit Expertinnen und Experten unterschiedlicher Professionen und Arbeitsfelder eingerichtet, um das Thema voranzubringen. Koordiniert wurde der Fachkreis durch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren zusammen mit dem Projektpartner ECPAT Deutschland. Der Fachkreis hat die Ergebnisse seiner Arbeit 2018 in einer Expertise mit Empfehlungen an Politik und Gesellschaft veröffentlicht.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
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