Schutz vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften: Zusätzliche Mittel für Koordinatorenstellen und für psychosoziale Einrichtungen

23. Juni 2016

Mit zusätzlichen Mitteln des Bundesfamilienministeriums in Höhe von 1 Mio. Euro wurden in bisher insgesamt 25 Einrichtungen der BAG der freien Wohlfahrtspflege e.V. bundesweit zusätzliche Koordinatorenstellen für Gewaltschutz eingerichtet. Die Koordinatorenstellen implementieren in enger Abstimmung mit der Heimleitung Schutzkonzepte in den Einrichtungen. Gleichzeitig sind sie Ansprechpartner für Jugend-, Sozial- und Arbeitsämter sowie für Beratungsstellen und Frauenhäuse. Das Bundesfamilienministerium hat die Bundesinitiative "Schutz vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften" gemeinsam mit UNICEF, der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege e.V. sowie Plan International und Save the Children ins Leben gerufen.

Bundesinitiative "Schutz vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften"
Im Dezember 2015 hatte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig die Kooperationsvereinbarung mit UNICEF zum "Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften" geschlossen. Die Kooperationsvereinbarung sieht unter anderem vor, das Personal in Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in Fragen des Kinderschutzes zu schulen und für Fälle sexueller Gewalt zu sensibilisieren. Zudem soll UNICEF logistische Hilfe bei der Einrichtung kinderfreundlicher Räume sowie dem Aufbau psychosozialer Betreuungsstrukturen leisten. Die Umsetzung der Vereinbarung erfolgt mit den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege. Ziel ist es, bundesweit in jeder Flüchtlingsunterkunft größtmöglichen Schutz für Kinder und Frauen zu erreichen und zugleich niedrigschwellige Integrationsangebote für Flüchtlinge zu etablieren. Bundesministerin Schwesig sieht hier den Bedarf für eine bundesgesetzliche Regelung. Bund und Länder prüfen derzeit gemeinsam, ob der Bund eine solche gesetzliche Verpflichtung schafft.

Das im Dezember vorgestellte Schutzkonzept des Bundesfamilienministeriums sieht außerdem eim KfW-Förderprogramm vor: Es soll die Schaffung und den Umbau von Flüchtlingsunterkünften unterstützen und somit den Schutz von Frauen und Kindern gewährleisten. Mit dem Programm sollen Investitionskredite mit einem Gesamtvolumen von bis zu 200 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Zusätzliche Mittel zur Behandlung traumatisierter Flüchtlinge
Für die medizinische und psychosoziale Betreuung von Flüchtlingen, die schwere Formen psychischer, physischer oder sexueller Gewalt erlitten haben, fördert das Bundesfamilienministerium die Folteropferzentren  mit weiteren 3 Millionen Euro für das Jahr 2016. Die zusätzlichen Mittel werden für Therapien, sozialrechtliche Beratungen sowie die anfallenden Dolmetscherkosten verwendet. Insgesamt können nun 15.000 Menschen behandelt werden. Ein besonderer Fokus liegt hier auf der Unterstützung für von Gewalt betroffener Frauen und Kinder. Ganz praktisch ermöglichen die zusätzlichen Mittel die Schulung von Sprach- und Kulturmittlern, erlauben es den Behandlungszentren weitere Fachleute aus der Psychologie, Psychotherapie und Traumabewältigung einzustellen. Außerdem können spezielle Beratungsräume für Frauen und Kinder eingerichtet werden, in denen Spiel- Musik- oder Gesprächstherapien stattfinden können, die zur Genesung der Opfer beitragen.

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Quellen: BMFSFJ, 21. und 22.06.2016

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