Prävention sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen in Institutionen: DJI-Monitoring vorgestellt

30. März 2016

Das Deutsche Jugendinstitut und der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs haben Mitte März in Berlin erste Ergebnisse des bundesweiten Monitorings zur Einführung von Schutzkonzepten vorgestellt. Welche Maßnahmen haben Kitas, Schulen, Internate und Heime bereits im Einsatz, welche können und sollten entwickelt werden?

Der Teilbericht 1 des Monitorings zeigt, dass die Fachdiskussionen vor Ort angekommen sind. Als besonders förderlich wird eine echte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen angesehen. Eine Herausforderung bleibt hingegen die Umgestaltung der Schul- bzw. Einrichtungskultur, sodass Grenzverletzungen und Übergriffe erschwert werden.

Die Befragung von ausgewählten Leitungs- und Fachkräften in Bildungs- und Erziehungseinrichtungen war der erste Schritt eines breit angelegten qualitativen und quantitativen Erhebungskonzepts, das in der Folge auch die Bereiche Gesundheit, religiöses Leben und die Kinder- und Jugendarbeit erfasst. Hierzu werden jeweils Teilberichte erscheinen. Die abschließende Gesamtauswertung ist für 2018 vorgesehen.

Wo stehen wir bei der Prävention von sexueller Gewalt in Deutschland?
Das DJI-Monitoring war im Rahmen der Fachtagung "Schutzkonzepte in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen" vorgestellt worden. Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, und Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, Direktor und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Jugendinstituts (DJI), haben sich bei der Pressekonferenz anlässlich der gemeinsamen Fachtagung zuversichtlich zum Stand der Prävention von sexueller Gewalt in Deutschland geäußert.

Der Missbrauchsbeauftragte würdigte dabei das Engagement von Kirchen, Wohlfahrt, organisiertem Sport und weiteren Organisationen der Zivilgesellschaft bei der Prävention. Außerdem stellte er auch die Neuausrichtung der Initiative "Kein Raum für Missbrauch" vor, die Einrichtungen bei der Einführung von Schutzkonzepten unterstützt. Die Initiative "Schule gegen sexuelle Gewalt" soll im Herbst 2016 starten.

Darüber hinaus wurde auf der Fachtagung auch erstmals die Expertise "Fallbezogene Beratung und Beratung von Institutionen zu Schutzkonzepten bei sexuellem Missbrauch" vorgestellt. Damit beauftragt war Prof. Dr. Barbara Kavemann vom Sozialwissenschaftlichen FrauenForschungsInstitut Freiburg in Berlin. Die Befragung von rund 500 Fachberatungsstellen macht die mangelnde Versorgungslage und die Bedarfe deutlich: Die Länder und Kommunen investieren nach wie vor nicht in eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung der Fachberatung sowie ihren weiteren Ausbau, obwohl die Nachfrage von Fachkräften nach Beratung, auch durch die Vorgaben des neuen Bundeskinderschutzgesetzes, stetig steigt.

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Der DJI-Monitoring Teilbericht 1 steht auf der Website des DJI als Download zur Verfügung.
DJI, 15.03.2016

Weitere Informationen zum Monitoring und zur Fachtagung "Schutzkonzepte in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen", in deren Rahmen der Bericht vorgestellt wurde, sind nachzulesen auf der Website des Unabhängigen Beauftragten.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
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