Bisherige Gerechtig­keits­lücke beim Heim­kinder­fonds wird geschlossen

23. November 2016

Künftig haben deutlich mehr Menschen, denen als Heimkindern Leid zugefügt wurde, Anrecht auf Entschädigung. Die Niedersächsische Landesregierung hat am 21. November 2016 der Gründung der Stiftung "Anerkennung und Hilfe" durch den Bund, die Länder und die Kirchen zugestimmt. Die Stiftung wird Hilfen für Menschen anbieten, die als Kinder oder Jugendliche in den Jahren 1949 bis 1975 (in der ehemaligen DDR bis 1990) in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in stationären psychiatrischen Einrichtungen Unrecht erfahren haben.

Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt: "Endlich erhalten auch die Menschen Aufmerksamkeit und Entschädigungen, denen in dieser Zeit in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrien Leid zugefügt wurde". Sie seien von den bestehenden Fonds "Heimerziehung West" und "Heimerziehung in der DDR" ausgeschlossen. Sie sei sehr froh, dass sich Bund, Länder und Kirchen auf dieses Hilfesystem einigen konnten.

Anlauf- und Beratungsstelle für Betroffene in Niedersachsen
Die Stiftung soll im Januar 2017 ihre Arbeit aufnehmen. Betroffene können sich bis Ende 2019 melden. Dazu wird das Land Niedersachsen eine qualifizierte Anlauf- und Beratungsstelle einrichten, die ihnen beratend, begleitend und unterstützend zur Seite steht. Mit den erforderlichen Arbeiten ist bereits begonnen worden.

Das Hilfesystem der Stiftung "Anerkennung und Hilfe" sieht nicht nur einmalige pauschale Geldleistungen in Höhe von 9.000 Euro sowie gegebenenfalls Rentenersatzleistungen in Höhe von bis zu 5.000 Euro für die betroffenen Menschen vor. Die vorgesehene öffentliche Anerkennung des erlittenen Leids und Unrechts sowie die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschehnisse in den genannten Einrichtungen sind weitere wichtige Aufgaben der Stiftung. Sozialministerin Rundt: "Zur individuellen Anerkennung gehört neben den Geldleistungen auch, dass betroffene Menschen die Gelegenheit haben werden, über ihr Schicksal zu sprechen - ein wichtiger Aspekt des Hilfesystems."

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Quelle: Niedersächsische Staatskanzlei, 21.11.2016

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen