KinderHabenRechtePreis 2019:
Überall sicher sein!

23. September 2019

"Überall sicher sein!" - unter diesem Motto stand der KinderHabenRechtePreis 2019. Dr. Carola Reimann, Niedersächsische Sozialministerin und Schirmherrin des Preises, hat am Weltkindertag die mit insgesamt 9.000 Euro dotierte Auszeichnung an Vertreterinnen und Vertreter von zwei pädagogischen Einrichtungen und einen Verein überreicht. Der KinderHabenRechtePreis ist der gemeinsame Preis des Kinderschutzbundes Niedersachsen und des Landes Niedersachsen für Kinderrechte.

Gesucht wurden in diesem Jahr pädagogische Einrichtungen, Organisationen und Vereine gesucht, die Kinder und Jugendliche in Ihrem Bildungs- und Betreuungsalltag sowie in ihrer Freizeit begleiten und konzeptionelle Maßnahmen zur Prävention von Gewalt und Missbrauch treffen, damit sie ein möglichst "sicherer Ort" sind.

Zur Preisverleihung am 20. September 2019 waren natürlich auch die Kinder und Jugendlichen angereist, denen bei der Preisverleihung im Hannoverschen GOP ein buntes Rahmenprogramm mit vielen artistischen Showeinlagen geboten wurde.

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"Mit dem KinderHabenRechtePreis wollen wir die Öffentlichkeit für die Wichtigkeit von Kinderschutz und Kinderrechten sensibilisieren. Kinder brauchen sichere Strukturen. Deshalb haben wir in diesem Jahr vor allem Einrichtungen, Vereine und Organisationen gesucht, die Maßnahmen zur Prävention von Gewalt, Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung entwickeln", betonte Dr. Carola Reimann.

Zwei Projekte wurden mit je 4.000 Euro ausgezeichnet:

Christophorus Werk-Lingen. Kinder- und Jugendhilfe GmbH: Kinderrechte stärken, Beschwerdeverfahren entwickeln
Der Träger, das Christophorus-Werk Lingen e. V. ist ein gemeinnütziges Sozialunternehmen mit rund 840 Mitarbeitenden für die Bereiche Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe und berufliche Rehabilitation mit insgesamt ca. 1.700 Betreuungsverhältnissen. Das Tochterunternehmen Kinder- und Jugendhilfe GmbH ist ein freier Träger der Jugendhilfe. Es bietet Kindern und Jugendlichen Hilfen in schwierigen Lebenssituationen und stellt ambulante und stationäre Hilfen zur Erziehung bereit.

Kinder-Pflegeheim Mellendorf: Einführung eines Beteiligungs- und Beschwerdemanagements
Das Kinder-Pflegeheim Mellendorf ist seit 1952 eine familiär geführte Einrichtung der Eingliederungshilfe, die sich auf die Betreuung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit schweren Mehrfachbehinderungen spezialisiert hat. Die Förderung von Vorschulkindern in Kleingruppen, die Wahrnehmung der Schulpflicht oder die Teilhabe am Arbeitsleben im Rahmen der Tagesförderstätte, gehören ebenso zur Lebensweltgestaltung, wie eine abwechslungsreiche Freizeit. 24 Kinder und Jugendliche sowie 12 Erwachsene haben hier ein Zuhause.

Dazu die Jury:
Wir zeichnen zwei pädagogische Einrichtungen aus, die in ihrer Struktur und Größe sehr unterschiedlich sind und die dennoch eines gemeinsam haben: Sie haben die ersten Schritte auf dem Weg gemacht, mit einem zeitgemäßen Verständnis von Kinderschutz ihre Einrichtung zu einem "sicheren Ort" zu machen. In beiden Häusern leben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Was macht für sie ein fundierter Schutz aus?

Mit dem Bundeskinderschutzgesetz (2012) hat der Gesetzgeber den Schutz und die Rechte von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen deutlich hervorgehoben. Dabei bilden die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und die offensive Vermittlung der Kinderrechte ausdrücklich den Kern für eine gewaltfreie Erziehung. Auch ein transparentes Beschwerdemanagement gehört dazu. Und genau hier ist angesetzt worden: Den Kindern und Jugendlichen wurden Räume geschaffen, um sich mit ihren Rechten auseinanderzusetzen. Denn es ist grundlegend zu wissen, Rechte zu haben und nicht vom "guten Willen" Erwachsener abhängig zu sein. Und was kann ein junger Mensch tun, wenn ein Recht verletzt wird? Die gemeinsame Ausarbeitung eines transparenten Beschwerdemanagements haben sich beide Einrichtungen zur Aufgabe gemacht. Wichtig ist uns, dass hier nicht nur Erwachsene Standards und Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen gesetzt haben. Vielmehr wird an einer Kultur der Beteiligung, der Aufmerksamkeit und des Vertrauens gearbeitet.

Das Wissen über Kinderrechte und das Erleben demokratischer Beteiligungsformen gehören zum aktiven Kinderschutz in Einrichtungen und sind ein wirksames Mittel, Machtmissbrauch in Einrichtungen präventiv zu begegnen. Diese beiden Einrichtungen nehmen ihre Verantwortung an und schaffen Voraussetzungen dafür.

Sonderpreis für Kinderschutz im Sportverein
Einen Sonderpreis in Höhe von 1.000 Euro erhielt außerdem der MTV Ramelsloh für seinen Einsatz für Kinder- und Jugendrechte. Der Sportverein nimmt als erster Verein im Landkreis Harburg an dem Projekt "Schweigen schützt die Falschen" des Landes-Sport-Bundes und der Sportjugend Niedersachsen teil. Der Verein wird dabei vom Kinderschutzbund Landkreis Harburg unterstützt.

Zur Jury für den KinderHabenRechtePreis 2019 gehörten: Anette Steege (Niedersächsisches Sozialministerium), Dr. Marlies Kroetsch (Hochschuldozentin Soziale Arbeit & Management , Fachhochschule des Mittelstands (FHM) GmbH - University of Applied Sciences in Hannover / Schwerpunkt Kinderschutz-Konzepte), Sören Weidner und Rieke Bruns (Niedersächsischer Landesschülerrat), Johannes Schmidt und Joshua Koch (Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Niedersachsen)

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Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Sozialministerium, 20. September 2019
www.ms.niedersachsen.de

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen