Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Gesundheitszentrum für geflüchtete Frauen und Kinder: Zentrale Frühe Hilfen in Verden eröffnet

1. März 2017

Eine gut erreichbare Anlaufstelle für Frauen, Schwangere, Mütter und Kinder in schwierigen Lebenssituationen, die vertrauensvoll berät und vielfältige Unterstützung vermittelt - das sollen die "Zentralen Frühe Hilfen" leisten, die mit Förderung der niedersächsischen Landesregierung in den kommenden drei Jahren modellhaft in den Landkreisen Verden und Northeim sowie in der Stadt Wilhelmshaven erprobt werden. Auf dem Gelände des Flüchtlingscontainerdorfes in Verden hat seit kurzem das Gesundheitszentrum "Zentrale Frühe Hilfen" seine Arbeit aufgenommen.

Das Gesundheitszentrum des Landkreises Verden bietet Beratung in allen Fragen der Gesundheit und Erziehung für Schwangere sowie Mütter mit ihren Kindern. Das Angebot richtet sich vornehmlich an geflüchtete Frauen und ihre Kinder.

Zentrale-Frühe-Hilfen_Verden_Eröffnung_m_2017-02"Mit dem Angebot der Frühen Hilfen möchten wir die Familien in allen Fragen rund um die Gesundheit ihrer Kinder begleiten und ihnen auf vertrauensvoller Basis Beratung und Hilfe bieten – frühzeitig, ohne Hürden, verlässlich, vertrauensvoll und aufsuchend", sagte Amtsärztin Jutta Dreyer.

Für Landrat Peter Bohlmann ist das Zentrum ein Beispiel dafür, dass sich der Landkreis rechtzeitig und umfassend um die Integration der Zugewanderten bemüht. "Nur durch frühe und ineinandergreifende Angebote können wir Chancengleichheit für die Kinder schaffen, den Eltern Perspektiven geben und damit die Voraussetzungen für ein konfliktfreies Miteinander in der Gesellschaft erreichen", so der Landrat.

Foto: Landkreis Verden | Informierten über das Gesundheitszentrum "Zentrale Frühe Hilfen" (v. l.): Jutta Dreyer (Leiterin Fachdienst Gesundheit und Umweltmedizin), Prof. Dr. Adolf Windorfer (Stiftung EINE CHANCE FÜR KINDER), Landrat Peter Bohlmann, Barbara Dedekind (Koordinierungsstelle Frühe Hilfen), Valentina Gross (Familienhebamme) und Elke Seemann (Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin)

Fachkräfte Frühe Hilfen schaffen Vertrauen
Seit Oktober 2016 befindet sich die "Zentrale Frühe Hilfen" im Aufbau. Über einen Zeitraum von drei Jahren gewährt die niedersächsische Landesregierung 150.000 Euro Unterstützung. Die hannoversche Stiftung Eine Chance für Kinder hat dafür das Konzept entwickelt und die Projektleitung übernommen.

Im Verdener Gesundheitszentrum sind zwei Fachkräfte der Frühen Hilfen im Einsatz. Die Familienhebamme Valentina Gross bietet dreimal die Woche vor Ort Gesundheitssprechstunden an. Als zweite Fachkraft sucht die Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Elke Seemann die Familien zu Hause auf und bietet ihnen Unterstützung. Die Einsätze werden über die Koordinierungsstelle der Frühen Hilfen vermittelt.

Aufsuchendes Hilfesystem für Flüchtlingsfamilien aufbauen
"Die aufsuchende Hilfe von Frauen und Kindern durch Fachkräfte Frühe Hilfen ist inzwischen in Niedersachsen gut und erfolgreich etabliert. Jetzt gilt es, ein entsprechendes Hilfesystem auch systematisch für geflüchtete Frauen und Kinder aufzubauen", sagte der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Eine Chance für Kinder, Prof. Dr. Adolf Windorfer. Gesundheitliche Hilfe für Frauen und Kinder umfasse nicht nur die ärztlich-medizinische Versorgung, sondern vor allem auch die Betreuung und Beratung bei vielfältigen, einfacheren gesundheitsbezogenen Fragen, auch aus dem sehr persönlichen Bereich von Frauen und Kindern. Hierbei sei in vielen Fällen eine ärztliche Behandlung gar nicht oder erst im zweiten Schritterforderlich, so Windorfer

Zentrale Frühe Hilfen hat vielfältige Aufgaben
In der Sprechstunde können sämtliche gesundheitlichen Probleme von Frauen und Kindern besprochen werden. Die Fachkräfte Frühe Hilfen schätzen gesundheitliche Problemlagen ein, empfehlen/vermitteln bei Bedarf ärztliche Behandlungen. Sie helfen bei "banalen" gesundheitlichen Störungen von Kindern und Erwachsenen, bei einfachen Hautproblemen, in Fragen der Ernährung, raten zu Impfungen und stehen für "typisch weibliche" Themen zur Verfügung.

Während der aufsuchenden Betreuung werden gesundheitliche und/oder psycho-soziale Problemlagen abgeklärt sowie entsprechende Beratung und Hilfen angeboten. Die Beratung kann sowohl unterdrückendes Verhalten von Männern, Gewalt gegenüber Frauen und Kindern oder in der Ehe als auch Fragen zur Schwangerschaftsverhütung umfassen. Darüber hinaus motivieren die Fachkräfte Frühe Hilfen Frauen und Mütter zu mehr Teilhabe und Selbstständigkeit, etwa dazu, die deutsche Sprache konsequent zu erlernen.

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Kontakt Zentrale Frühe Hilfen:

Koordinierungsstelle Frühe Hilfen
Barbara Dedekind
T (04231) 156 71

Sprechstunden vor Ort
montags 11.30 bis 13.00 Uhr
mittwochs 14.00 bis 15.30 Uhr
donnerstags 8.00 bis 09.30 Uhr

Valentina Gross
T (01525) 631 71 00
valentina-gross@landkreis-verden.de

Presseinformation Eine Chance für Kinder, 28.02.2017

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