Landkreis Friesland: Kooperations­verein­barung und Hand­lungs­leitfaden Kindes­wohl­gefährdung für Schulen

27. Februar 2017

Der Landkreis Friesland und die Landesschulbehörde haben einen gemeinsamen Handlungsleitfaden zum Kinderschutz an Schulen entwickelt. Vorgestellt wurde er am 15. Februar 2017 im Beisein zahlreicher Schulleiter, Vertreterinnen und Vertretern von Hilfsverbänden, des Jugendhilfeausschusses und des Landkreises. Dabei unterzeichneten Landrat Sven Ambrosy und Horst-Dieter Husemann, Regionalabteilungsleiter Osnabrück der Niedersächsischen Landesschulbehörde, auch die dazugehörende Kooperationsvereinbarung zwischen der Niedersächsischen Landesschulbehörde, den Schulen im Landkreis Friesland und dem Landkreis Friesland.

Ziel ist es unter anderem eine rechtliche Sicherheit für den Umgang mit Gefährdungslagen bei Kindern und Jugendlichen zu erreichen. Im Landkreis seien jedoch vergleichsweise wenige Kinder akut von Missbrauch bedroht, so Landrat Ambrosy gegen über Radio Jade. Mit der Kooperationsvereinbarung solle vor allem der Gesamtzustand und die Qualität für Kinder und Jugendliche im ländlichen Raum in Friesland verbessert werden.

Erabeitet wurden der Handlungsleitfaden und die Kooperationsvereinbarung von der Koordinierungsstelle Kinderschutz des Landkreises. Die Niedersächsische Landesschulbehörde hat den Handlungsleitfaden nach Fertigstellung schulrechtlich geprüft und um die Inanspruchnahme der Schulpsychologie ergänzt.

"Im Landkreis Friesland gibt es 47 Schulen. Bisher sind 28 unterschriebene Kooperationsvereinbarungen zurück gekommen. Ich erhalte eine positive Rückmeldung bzgl. der Kooperationsvereinbarung und viele Schulen greifen bereits auf das Angebot meinerseits zurück, den Leitfaden im Rahmen einer Dienstbesprechung vorzustellen, um die Handlungssicherheit im Umgang bei dem Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung aufzubauen. Dabei geht es natürlich auch viel um den vernetzenden Austausch. Das Ziel ist die Unterzeichnung aller Schulleitungen", so Ilka Mühlfriedel von der Koordinierungsstelle Kinderschutz.


Effizientere Prävention von Kindeswohlgefährdung durch Vernetzung, verbindliche Ansprechpersonen und Regelung für Vorgehensweise
Schulen stellen nicht mehr nur einen Lernort in der Sozialisation der Schülerinnen und Schüler dar, in denen Wissen und Fachkenntnisse vermittelt und bewertet werden. Durch den Ausbau der offenen und gebundenen Ganztagsschulen, sowie die Integration unterschiedlicher Formen von Betreuungsangeboten und Freizeitaktivitäten an Schulen verbringen die Kinder und Jugendlichen immer mehr Zeit in den Schulen.

Dabei erhalten Lehrkräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Fachkräfte der Schulsozialpädagogik häufig auch einen Einblick in die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Mitgeteilte Erlebnisse, beobachtete Verhaltensweisen oder gar Verletzungen können vielleicht so alarmierend und besorgniserregend sein, dass der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung nahe liegt und ein weiteres Handeln erfordert.

Um ein konstruktives und verbindliches Zusammenwirken aller Fachkräfte in Fällen von einer möglichen Kindeswohlgefährdung zu ermöglichen, braucht es abgestimmte und transparente Verfahren, sowohl innerhalb der Schule, als auch in der Zusammenarbeit zwischen dem Jugendamt und den Schulen.

Der Handlungsleitfaden und die gemeinsam geschlossene Kooperationsvereinbarung konkretisieren die einzelfallbezogene verbindliche Zusammenarbeit. Der Leitfaden nennt konkret Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung und zeigt – auch anhand eines Flussdiagramms – auf, wie Problemen begegnet werden kann. Als "Frühwarnsystem mit mehreren Stufen" bezeichnete Husemann das festgelegte Ablaufschema bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung: Es gibt verbindliche Ansprechpartnerinnen und -partner vor sowie eine Regelung über die Nutzung der vorhandenen Hilfseinrichtungen vor Ort und setzt bereits an einem Punkt an, bevor das Jugendamt angerufen wird.

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Die Kooperationsvereinbarung und den Handlungsleitfaden sowie weitere Materialien finden sie auch in unserem Materialienpool Netzwerke Frühe Hilfen.

Koordinierungsstelle Kinderschutz im Landkreis Friesland

Fachbereich Jugend, Familie, Schule und Kultur
Dienstleistungszentrum Landkreis Friesland (Varel), Zimmer 1.68
Ilka Mühlfriedel
Karl-Nieraad-Straße 1
26316 Varel
T (04451) 95 35 27
i.muehlfriedel@friesland.de
www.friesland.de

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