Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Rückblick: Niedersäch­sisches Forum für Kinder­schutzfachkräfte

25. November 2019

Auch in 2019 haben das Niedersächsische Sozialministerium, Die Kinderschutz-Zentren e.V. und die Kinderschutz-Akademie des Niedersächsischen Kinderschutzbundes wieder zum Niedersächsischen Forum für Kinderschutzfachkräfte eingeladen. In diesem Jahr ging es in den Impulsvorträgen und in Workshops um das Thema hochstrittige Eltern und Kindeswohl.

Rund 120 Teilnehmende waren der Einladung gefolgt. Begrüßt wurden sie von Julia Spacek, Kinderschutz-Akademie, Ministerin Dr. Carola Reimann, und Stefan Heinitz, BAG Die Kinderschutz-Zentren e.V.

Kontinuierlichen Qualifizierung von Fachkräften
Ministerin Reimann betonte die Wichtigkeit einer praxisorientierten kontinuierlichen Qualifizierung von Fachkräften und kündigte auch für 2020 weitere vom Land geförderte Fortbildungen an. Seit 2006 sind in Niedersachsen mit Landesmitteln über die BAG der Kinderschutz-Zentren fast 80 Kurse zur Fachkraft im Kinderschutz durchgeführt worden. Aufgrund der starken Nachfrage wird die Anzahl der Kurse um einen zusätzlichen auf insgesamt sieben Weiterbildungskurse in 2020 erhöht. Auch ein berufsbegleitendes Weiterbildungsangebot zum Thema "sexuelle Gewalt gegen Kindern" wird im kommenden Jahr wieder ausgeschrieben.

Länderübergreifender Austausch und weitere Verbesserungen im Kinderschutz
Doch nicht nur innerhalb der Landesgrenzen setzt Sozialministerin Carola Reimann auf Austausch und Vernetzung. "Mir ist es wichtig, dass länderübergreifende Lösungen und Strategien im Kinderschutz auf den Weg gebracht werden. Am Beispiel Lügde wurde deutlich, wie wichtig es ist über Landesgrenzen hinweg zu kooperieren." Anfang Dezember kommen auf Initiative Reimanns Sozial- und Jugendressorts zu einem Arbeitstreffen in Hannover zusammen. Im Fokus stehen neben dem länderübergreifenden Austausch mögliche gemeinsame Aktivitäten und weitere Verbesserungen im Kinderschutz.

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Foto: Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. | Sozialministerin Dr. Carola Reimann begrüßte die rund 120 Teilnehmenden

Hochstrittige Elternkonflikte: Belastung für betroffene Kinder - besondere Herausforderung für Fachkräfte
Hochstrittige Elternkonflikte stellen eine erhebliche Belastung für die betroffenen Kinder dar: In der Forschung besteht mittlerweile Konsens darüber, dass das Ausmaß elterlicher Scheidungs- und Trennungskonflikte maßgeblich dafür mitverantwortlich ist, welches Belastungsniveau die Kinder erleben. Die hochstrittigen Eltern schaffen eine Lebenssituation, die für die Kinder durch Dauerstress und Hilflosigkeit gekennzeichnet ist: Vater und Mutter sind in ihre Konflikte verstrickt, ihre Aufmerksamkeit ist auf das Handeln des jeweils anderen Elternteils fokussiert. Sie verlieren dabei die Fähigkeit, die Situation und das Verhalten der Kinder zu sehen und zu verstehen. Sie sind in dieser Situation für die Kinder nicht Zufluchtsort sondern Ausgangspunkt der Belastungen. Bei hochkonflikthafter Elternschaft steigt für die Kinder das Risiko, Zeugen häuslicher Gewalt zu werden.

Die Arbeit mit hochstrittigen Eltern stellt auch die involvierten Fachkräfte vor eine besondere Herausforderung. Die Rolle der Beratenden in der Arbeit mit hochkonflikthaften Familien ist häufig durch hohe Ansprüche der Eltern und Dritter, großen Druck und ein hohes Maß an Unsicherheit gekennzeichnet. Vor diesem Hintergrund gab das Fachforum Impulse dafür, diese Herausforderungen in einem professionellen Rahmen bewältigen zu können.

Dipl. Psychologe Matthias Weber bot in seinem Vortrag mit Fallbeispielen Einblicke in die Beratungspraxis, beleuchtete die Situation der Kinder bei hochstrittiger Elternschaft und zeigte Möglichkeiten ihrer Beteiligung und Unterstützung auf.

Daten zu Erfahrungen aus der praktischen Arbeit mit hochstrittigen Eltern stellte Christine Utecht, Jugend- und Familienberatungszentrum, Tübingen vor. Sie ging dabei auf die Diagnostik und Einschätzung von Ausmaß und Eigenart eines Elternkonflikts ein.

Neben den Vorträgen hatten die Teilnehmende Gelegenheit, in sechs Workshops ihr Wissen zu vertiefen und eigene Erfahrungen einzubringen.

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Eine Dokumentation der Veranstaltung ist auf der Website der Kinderschutz-Akademie geplant.

Weitere Informationen außerdem in der Pressemitteilung des Niedersächsischen Sozialministeriums, 26.11.2019

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