Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Fehlen 16.000 Fachkräfte im Allgemeinen Sozialen Dienst?

19. Juni 2018

Die Präsentation einer Studie der HS Koblenz zur beruflichen Realität im Jugendamt" erhielt Mitte Mai 2018 unter anderem mit der Aussage ein großes Medienecho, dass der Allgemeine Soziale Dienst angesichts der Fallzahlenbelastung personell zu schlecht ausgestattet sei und bundesweit 16.000 Stellen fehlten. Diese Zahl basiert nicht auf Ergebnissen der Studie selbst, sondern einer Berechnung auf Grundlage der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik, die die Autorinnen im Rahmen der Diskussion ihrer Ergebnisse durchführten.

akjstat_LogoDiese Berechnung ist fehlerhaft und die darauf basierenden Schlussfolgerungen so nicht haltbar, wie die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) in einer Stellungnahme erläutert. AKJStat bezieht sich jedoch nicht auf die sonstigen Aussagen der Studie. Und die Autoren der Stellungnahme weisen ausdrücklich darauf hin, dass die KJH-Statistik mit der korrekten Berechnung allerdings auch keinesfalls das Gegenteil beweise – nämlich dass die ASD personell mehr als ausreichend ausgestattet sind. Denn aufgrund zahlreicher statistischer Ungenauigkeiten lasse sich das Arbeitsvolumen im ASD so nicht sinnvoll bestimmen.

Die Stellungnahme steht auf www.akjstat.tu-dortmund.de zum Download zur Verfügung.

Über die Studie
Berufliche-Realität-im-JA-ASD-in-strukturellen-Zwängen_CoverDie Studie "Berufliche Realität im Jugendamt: der ASD in strukturellen Zwängen" der Hochschule Koblenz, auf die sich die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik bezieht, ist im Verlag des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. erschienen. Die Bottom-Up-Studie hat die alltäglichen Arbeitsvollzüge im ASD erhoben, um auf deren Grundlage die Prozess- und Strukturqualität ermitteln zu können. Die Studie wurde am 14. Mai von Studienleiterin Prof. Dr. Kathinka Beckmann in einer Bundespressekonferenz vorgestellt.

Mehr zur Studie

Landkreistag weist pauschale Kritik an Jugendämtern zurück
Auch der Deutsche Landkreistag hat sich zu der Studie geäußert. Unbestritten sei für diesen, dass sich die Herausforderungen an die Sozialarbeit und die Beschäftigten in diesem Bereich immer weiter erhöht haben. Einen solchen "Missstand" wie er in dieser "Studie" behauptet werde, gebe es aber in den Landkreisen nicht. "Die gegenüber der Presse behaupteten Situationsbeschreibungen waren und sind nicht Realität in den Jugendämtern der Landkreise", so Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Hans-Günter Henneke.

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