Gesundheitsbericht zur Hebammenversorgung in Niedersachsen

8. März 2019

Hebammenversorgung-in-Nds_CoverDas Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) hat einen Bericht zur Hebammenversorgung in Niedersachsen veröffentlicht. Damit erhält die Diskussion über eine flächendeckende und ausreichende Hebammenversorgung und Schwangerschaftsbegleitung eine aussagekräftige Datengrundlage zur Einschätzung der aktuellen Versorgungslage. Der Bericht nutzt offizielle Statistiken und Daten der Krankenversicherungen, der Berufsgenossenschaften und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Mit dem Gesundheitsziel "Gesundheit rund um die Geburt" stellt der Bund die Sicherstellung der geburtshilflichen Versorgung in den Fokus des öffentlichen Interesses. Eine Arbeitsgruppe begleitet die Umsetzung dieses Ziels, das die Lebensphase vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Lebensjahres umfasst. Direkt daran schließt sich das Gesundheitsziel "Gesund aufwachsen" an.

Aufrufe von Hebammenverbänden warnen vor einer Unterversorgung von Frauen in dieser vulnerablen Lebensphase. Daher hat die Gesundheitsministerkonferenz den Bund zu einem Gutachten über die Versorgungssituation in der Geburtshilfe durch Hebammen aufgefordert, das die Versorgungslage prüfen soll.

Der Bericht des NLGA informiert über gesetzliche Grundlagen und Regelungen zur Ausübung des Berufes der Hebamme bzw. des Entbindungspflegers und stellt die derzeit verfügbare Datenlage zu diesem Tätigkeitsbereich dar, unter anderem zum Anstieg des Brutto-Jahresbeitrages der Berufshaftpflichtprämie für Hebammen.

Im Bericht werden vorhandene Daten aus Niedersachsen zusammengetragen, die Versorgungsstrukturen auch auf regionaler Ebene darstellbar machen können. Neben Angaben zu den arbeitenden Hebammen selbst sind das Bevölkerungszahlen, insbesondere differenzierte Angaben über Frauen im gebärfähigem Alter (15 - 44 Jahre), Geburtenhäufigkeiten im Zeitverlauf sowie gegebenenfalls Daten zu Krankenhäusern mit geburtshilflichen Abteilungen.

Die Einschätzung der Versorgungssituation wird derzeit vor allem dadurch erschwert, dass eine aussagekräftige Erfassung des Tätigkeitsumfangs von Hebammen durch die Kombination aus freiberuflicher und angestellter Tätigkeit kaum möglich ist.

Drohende Versorgungsengpässe in einzelnen Regionen werden seit geraumer Zeit diskutiert. In Niedersachsen gibt es in einigen Landkreisen bereits sogenannte Hebammenzentralen, die eine Vermittlung von freien Hebammen an suchende Frauen optimieren sollen, zum Beispiel in den Landkreisen Emsland, Friesland, Hannover, Leer, Oldenburg, Osnabrück und Wesermarsch.

Damit die Akademisierung der Hebammenausbildung die Versorgungslage nicht zusätzlich erschwert, müssen außerdem zeitnah neue Ausbildungsstudiengänge in ausreichender Zahl geschaffen werden.

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Niedersächsisches Landesgesundheitsamt (Hrsg.):
Gesundheitsbericht Hebammenversorgung in Niedersachsen. Datenlage
Hannover, Januar 2019
32 Seiten

Download des Berichts von der Website des NLGA

Druckexemplare können per Mail an internet-redaktion@nlga.niedersachsen.de bestellt werden.

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Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen