Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Bericht

Child Rights Now! Zum Stand der Kinderrechte in Deutschland

Jedes Jahr sterben noch immer mehr als fünf Millionen Kinder an vermeidbaren Krankheiten. 64 Millionen Kinder besuchen nicht einmal die Grundschule. 150 Millionen Mädchen und Jungen tragen schwere gesundheitliche Schäden davon, weil sie hungern. Jedes vierte Kind wächst in Kriegsgebieten auf. Klimawandel und Umweltzerstörung betreffen immer mehr Kinder, so wachsen etwa 500 Millionen Kinder in Überschwemmungsgebieten auf.

Das stellen die sechs größten internationalen Kinderhilfsorganisationen in dem Ende Juni 2019 veröffentlichten Lagebericht "Globaler Aufbruch für Kinderrechte" fest und fordern weltweit Regierungen auf, sich deutlich stärker für Kinder zu engagieren. Im Bericht analysieren die Organisationen die Situation von Kindern in 17 Staaten weltweit und fordern, Kinderrechten erheblich mehr Priorität einzuräumen.

Zwar ist das Leben von Kindern heute im weltweiten Durchschnitt besser, als bei der Verabschiedung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen vor 30 Jahren. In vielen Bereichen wurden Fortschritte erzielt: So sterben heute weniger Kinder vor ihrem fünften Geburtstag und die Zahl der Kinder in Armut ist gesunken. Dennoch sieht Child Rights Now! dringenden Handlungsbedarf und fordert, Kinder in den Mittelpunkt stellen. Dafür könnten die Kinderrechtskonvention und die globalen Nachhaltigkeitsziele genutzt werden, die passende Ziele und wirksame Methoden vorgeben.

Bericht zum Stand der Kinderrechte in Deutschland
Child-rights-now_CoverDer deutsche Kinderrechte-Fortschrittsbericht analysiert Fortschritte und Herausforderungen in Deutschland. Nach einer Darstellung des Kinderrechte-Klimas in Deutschland, d.h. der rechtlichen Rahmenbedingungen und zentralen Akteure, werden vier Schlüsselbereiche zur Umsetzung der Kinderrechte untersucht: Kinderarmut und Ungleichheit, Kinderschutz, Beschwerdemechanismen und politische Beteiligung von Kindern sowie Umwelt. Den Abschluss bilden Empfehlungen zur Verbesserung der Kinderrechtesituation in Deutschland.

Child Rights Now! fordert außerdem, dass Kinderrechte im deutschen Grundgesetz verankert werden und die Belange von Kindern in allen politischen Ressorts einbezogen werden: Bildung, Familie und Soziales, aber auch Wirtschaft, Verkehr, Städtebau, Klima- und Umweltschutz und die Außen- und Entwicklungspolitik. Dringend notwendig ist eine ressortübergreifende Strategie, um Kinderarmut zu reduzieren und eine Reform des Bildungssystems, damit Chancengleichheit ermöglicht wird. Um Kinder wirksam vor Gewalt zu schützen, fordert Child Rights Now! eine nationale Präventionsstrategie. Benachteiligte Kinder, wie etwa Kinder ohne elterliche Fürsorge oder geflüchtete Kinder, müssen geschützt und gestärkt werden. Ombudspersonen sollen national und in den Bundesländern und Gemeinden dafür sorgen, dass Kinder berücksichtigt werden.

Über Child Rights Now!
Child Rights Now! ist eine Initiative der sechs weltweit größten Kinderhilfsorganisationen ChildFund Alliance, Plan International, Save the Children, SOS-Kinderdörfer, terre des hommes und World Vision. Der aktuelle Child Rights Now! Bericht beinhaltet eine Analyse zur Situation von Kindern in 17 Staaten, der deutsche Kinderrechte-Fortschrittsbericht analysiert Fortschritte und Herausforderungen in Deutschland. Child Rights Now! wird bis zum Jahr 2030, dem Jahr, in dem die UN-Nachhaltigkeitsziele erreicht sein sollen, alle fünf Jahre mit Folgeberichten weitergeführt.

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ChildFund Alliance, Plan International, Save the Children International, SOS-Kinderdorf International, Terre des Hommes International Federation und World Vision International (Hrsg.):
Child Rights Now! Nationaler Kinderrechte-Fortschrittsbericht zu Deutschland
Berlin 2019
44 Seiten

Auf der Website von terre des hommes stehen außerdem eine Kurzfassung des Deutschen Berichts sowie der Originalbericht "Child Rights Now! A Second Revolution. Thirty years of child rights, and the unfinished agenda" zur Verfügung.

Quelle: terre des hommes, 26.06.2019

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