Weser-Ems: Überregionales Fortbildungsprogramm zum Kinderschutz im medizinischen Bereich

12. Mai 2016

Im April ist ein von der niederländischen Augeo Foundation initiiertes internetbasiertes Fortbildungsprogramm zum Kinderschutz im medizinischen Bereich gestartet. Daran beteiligt sind zahlreiche Kinderkliniken im Nordwesten Niedersachsens sowie die Stadt Oldenburg und das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg. In den vergangenen zwei Jahren sind die ursprünglichen Module im Rahmen des Modellprojekts "Medizinischer Kinderschutz" zum Teil übersetzt und an das deutsche Gesundheitssystem angepasst worden.

Medizinisches Personal für Kinderschutz sensibilisieren
Es geht unter anderem darum, was es für verschiedene Formen der Misshandlung und Vernachlässigung gibt und wie sie erkannt werden können. Außerdem soll die Sensibilität der Pflegenden, Ärztinnen und Ärzte für das Thema erhöht werden. Das soll unter anderem durch die Einführung eines Fragebogens geschehen, durch den man die Wahrscheinlichkeit einer Misshandlung in der Aufnahmesituation abschätzen kann und soll. Im Laufe der Zeit sollen möglichst alle Pflegekräfte und Ärzte, die Kinder betreuen, das Programm durchlaufen. Es wendet sich deshalb nicht nur an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kinderkliniken, sondern auch an andere Berufsgruppen, die mit der Betreuung von Kindern und Jugendlichen betraut sind, wie zum Beispiel aus der Unfallchirurgie oder der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

In den Niederlanden flächendeckend eingeführt
Die niederländische Augeo Foundation hatte 2006 damit begonnen, ein internetbasiertes Fortbildungsprogramm zu diesem Thema für Ärztinnen, Ärzte und Krankenschwestern zu entwickeln und einzuführen. In nahezu allen Kinderkliniken der Niederlande ist das Programm mittlerweile etabliert und das Krankenhauspersonal flächendeckend zum medizinischen Kinderschutz geschult. In 2014 hat die Stiftung der Kinderklinik des Klinikums Oldenburg angeboten, das niederländische E-Learning-Programm im Rahmen eines Modellprojektes mit den Kinderkliniken der Weser-Ems-Region auf das deutsche Gesundheitssystem zu übertragen und anzupassen.

zurück

zurück

Link zur Website des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung
Familien in Niedersachsen